Nestlé beschleunigt Wachstum und setzt auf Sparmaßnahmen
Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestlé hat im dritten Quartal ein bemerkenswert beschleunigtes Wachstum verzeichnet und steuert somit zielstrebig auf die Erfüllung seiner Jahresziele zu. Unter der Führung des neuen Konzernchefs Philipp Navratil, der erst kürzlich die Leitung übernommen hat, tritt das Unternehmen zudem massiv auf die Kostenbremse. So kündigte Navratil den Abbau von 16.000 Stellen innerhalb der nächsten zwei Jahre an, um durch Digitalisierung und Automatisierung Einsparungen von insgesamt drei Milliarden Franken bis Ende 2027 zu realisieren.
Die Börse zeigte sich begeistert, als die Nachricht von der geplanten Reduzierung der Nettoverschuldung, die aktuell bei etwa rund dem 2,9-Fachen des bereinigten operativen Gewinns liegt, bekannt wurde. Dies führte zu einem Anstieg der Aktie um gut sieben Prozent. Analystin Celine Pannuti von JPMorgan zeigte sich beeindruckt von den besseren als erwarteten Zahlen und dem erhöhten Sparziel.
Neben den Stellenkürzungen will sich Nestlé auch von bestimmten Geschäftsbereichen trennen, um seine Schuldensituation zu verbessern. Der Fokus liegt auf einem möglichen Verkauf des Mineralwassergeschäfts und einer Überprüfung der 20-Prozent-Beteiligung an L'Oréal, die laut Navratil als finanzielles Investment und nicht als strategische Beteiligung gilt.
In den ersten neun Monaten des Jahres erzielte Nestlé einen Umsatz von 65,9 Milliarden Franken, was einem organischen Wachstum von 3,3 Prozent entspricht – die Analystenprognosen wurden somit übertroffen. Das Management zeigt sich zuversichtlich, für das Gesamtjahr ein höheres organisches Umsatzwachstum als im Vorjahr zu erreichen.
Die Erwartungen an das neue Führungsduo Navratil und den neuen Verwaltungsratspräsidenten Pablo Isla sind hoch, insbesondere nachdem der vorherige CEO und Präsident aufgrund interner Affären und Führungsfehler vorzeitig ausscheiden mussten. Dieses Führungsteam soll nach Jahren des schwachen Wachstums eine neue Dynamik einleiten.

