Nemetschek-Aktien unter Druck: Markt zeigt sich trotz positiver Quartalszahlen reserviert
Die Aktien von Nemetschek haben am Dienstag trotz einer allgemein positiven Bewertung der jüngsten Quartalszahlen Verluste verzeichnet. Wesentliche Gründe sind die beibehaltenen Jahresziele sowie das geringe Wachstum der Mediensparte des Unternehmens. Der Handelstag begann mit einem kurzen Kurssprung auf 104,60 Euro, bevor der Preis rasch auf ein Minus von 4,5 Prozent bei 95,50 Euro sank. Damit setzte sich die seit Mitte August andauernde Abwärtsbewegung fort, wodurch der Aktienkurs auf den tiefsten Stand seit Mitte April fiel. Seit Jahresbeginn konnte sich die Aktie lediglich um bescheidene zwei Prozent steigern. Seitdem im August ein Rekordhoch bei 138,50 Euro verzeichnet wurde, fiel der Kurs inzwischen um über 30 Prozent.
Analysten, darunter Vertreter von Citigroup, JPMorgan und UBS, äußerten sich dennoch positiv zu den Quartalsergebnissen. Balajee Tirupati von der Citigroup lobte besonders den im Jahresvergleich deutlich gestiegenen freien Barmittelzufluss. Er sieht nun die Wachstumsaussichten und die KI-Strategie von Nemetschek im Fokus. Allerdings sehen Analysten der JPMorgan, Joseph George und Toby Ogg, sowie Armin Kremser von der DZ Bank, keine steigenden Markterwartungen, da der Ausblick des Unternehmens konstant geblieben ist.
Kremser betonte, dass der Aktienkurs seit Sommer, trotz eines angehobenen Umsatzausblicks, kontinuierlich gefallen ist. Er sieht bei konstanten Broker-Gewinnschätzungen anhaltenden Druck auf die Bewertungsmultiplikatoren und prognostiziert eine Fortsetzung dieses Trends. Zudem werfen Analysten Fragen über das "Quasi-Nullwachstum" in der Mediensparte auf. Trotz eines um knapp drei Prozent gestiegenen Umsatzes, exklusive Währungsveränderungen, hegen Anleger Bedenken bezüglich der Konkurrenz von KI-Software, so JPMorgan.

