NATO sendet erstes Schiff für Großmanöver nach Europa
Die NATO hat das größte Manöver seit Jahrzehnten gestartet und ein erstes Schiff auf den Weg geschickt. Das US-Docklandungsschiff Gunston Hall verließ am Mittwoch seinen Hafen in Norfolk (Virginia) und wird nach einer Reihe von Operationen die Fahrt nach Europa antreten. Auch eine kanadische Fregatte wird sich bald von Halifax aus in Richtung Europa aufmachen.
Das Großmanöver mit dem Namen "Steadfast Defender" ist für rund 90.000 Soldaten bis Ende Mai geplant. Die erste große Liveübung wird am 11. Februar im belgischen Mons beginnen. Dabei wird das Bündnis seine Fähigkeit unter Beweis stellen, den euroatlantischen Raum durch transatlantische Truppenbewegungen aus Nordamerika zu stärken, erklärte Nato-Oberbefehlshaber Christopher Cavoli am Mittwoch.
Das Szenario des Großmanövers stellt einen russischen Angriff auf alliiertes Territorium dar, der zum Ausrufen des sogenannten Bündnisfalls nach Artikel 5 des Nato-Vertrags führt. Dieser besagt, dass ein Angriff gegen einen oder mehrere Alliierte als ein Angriff gegen alle angesehen wird.
Die bislang größte NATO-Übung seit dem Ende des Kalten Krieges fand 2018 mit Schwerpunkt in Norwegen statt, an der rund 51.000 Soldaten beteiligt waren. Die nun geplante Übung wird jedoch noch größer sein. Die letzten Nato-Manöver, die größer waren als dieses, fanden vor der Auflösung der Sowjetunion im Jahr 1991 statt.
Die Bundeswehr wird sich ebenfalls an dem Manöver beteiligen und plant das vierstufige Großmanöver "Quadriga 2024". Über 12.000 Soldaten werden bis Ende Mai im Einsatz sein und insbesondere Fähigkeiten zur schnellen Verlegung von Kräften an die Nato-Ostflanke trainieren. Im Mai werden beispielsweise Soldaten der 10. Panzerdivision mit Gefechtsfahrzeugen nach Litauen verlegt, um ihre Kampffähigkeiten zu demonstrieren. (eulerpool-AFX)

