Nato-Schlussakkord in Den Haag: Gipfelauftakt mit ernsten Tönen und festlichen Momenten
In einer Zeit geopolitischer Spannungen trifft sich die Nato erstmals seit der Rückkehr Donald Trumps in das Weiße Haus in Den Haag zu einem bedeutenden Gipfel. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nutzt die Gelegenheit, um in einer Regierungserklärung die außenpolitischen Prioritäten Deutschlands für den Gipfel sowie das anschließende EU-Treffen zu skizzieren. Der offizielle Auftakt des Gipfeltreffens erfolgt heute Abend.
Während Amerika und der Iran sich jüngst mit militärischen Handlungen konfrontierten – der Iran antwortete auf US-Aktionen mit einem Angriff auf einen Militärstützpunkt in Katar – verfolgen Bundeskanzler Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron einen klaren Kurs: Die Verteidigung von Freiheit und Sicherheit in Europa bleibt die oberste Priorität. In einem gemeinsamen Beitrag in der "Financial Times" unterstrichen beide Staatsoberhäupter die Bedrohung durch Russland und betonten die Notwendigkeit erhöhter Verteidigungsausgaben zur Stärkung der europäischen Säule der Nato.
Deutschland und Frankreich erhöhen ihre Investitionen in Verteidigung, um den Forderungen Trumps nach mehr Eigenständigkeit der europäischen Nato-Mitglieder Rechnung zu tragen. Im Fokus steht eine erneute Übereinkunft, dass alle Mitgliedstaaten ihre Ausgaben auf mindestens fünf Prozent des BIP anheben. Schwerpunkt bleibt die klassische Verteidigung, jedoch sind auch Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung und Infrastruktur im Fokus.
Am Abend eröffnet ein Gala-Dinner im königlichen Palast Huis ten Bosch den Gipfel offiziell. Dabei werden zahlreiche führende Politiker erwartet, darunter neben Trump auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Die Geschlossenheit der Bündnispartner bleibt eine zentrale Erwartung für viele europäische Mitgliedstaaten, besonders in Hinsicht auf die Unklarheit über die zukünftige Rolle der USA im Bündnis.
Für die Sicherheit des Gipfels hat die niederländische Regierung die größte Sicherheitsoperation ihrer Geschichte geplant, um den reibungslosen Ablauf des Treffens zu gewährleisten. Eine massive Polizei- und Militärpräsenz wird dabei den Schutz sicherstellen und den Fokus auf eine erfolgreiche und sichere Begegnung richten.

