Nato plant ambitionierte Strategie zur Abwehr russischer Bedrohung
Die Nato steht vor einem strategischen Wandel, der ihre militärischen Fähigkeiten signifikant stärken soll. Ein geplanter Ausbau um 30 Prozent bei Marschflugkörpern, Drohnen und Artillerie markiert die neuen Zielvorgaben, die Deutschland und weitere Mitgliedsstaaten umsetzen sollen. Hierbei stehen insbesondere Deutschland und seine derzeit rund 182.000 Soldatinnen und Soldaten vor der Herausforderung, diese Kapazität erheblich zu erweitern, um die ambitionierten neuen Planungsziele zu erreichen.
Eingeweiht werden die Pläne offiziell bei einem Verteidigungsministertreffen in Brüssel, das für diesen Donnerstag angesetzt ist. Während die genauen Zielvorgaben als streng geheim gehandelt werden, wird erwartet, dass einige Details nach ihrer formellen Annahme zugänglich gemacht werden. Die Umsetzung der Planungen erfordert von den Alliierten Investitionen in Milliardenhöhe.
Ein zentrales Element der neuen Strategie ist die Anhebung der Verteidigungsausgaben auf mindestens 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), eine Forderung, die erstmals von US-Präsident Donald Trump ins Spiel gebracht wurde. Mit einem zusätzlichen Budgetposten für verteidigungsrelevante Ausgaben könnte die Gesamtquote letztlich bei fünf Prozent angesetzt werden. In Deutschland strebt Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius eine schrittweise Erhöhung der Verteidigungsausgaben an, die in fünf bis sieben Jahren umgesetzt werden soll.
Hinter diesen Planungen steht die Einschätzung, dass Russland trotz seiner aktuellen militärischen Engagements in der Ukraine bald zu weiteren Operationen in Europa bereit sein könnte. Zugleich sollen die neuen Planungen aber auch einer ausgeglicheneren Lastenteilung innerhalb der Nato Rechnung tragen, indem die europäischen Verbündeten mehr Verantwortung für ihre eigene Sicherheit übernehmen. In der Vision von Trump wären die USA so entlastet und müssten lediglich ihre Rolle in der nuklearen Abschreckung für Europa beibehalten.

