Nach Rally: Wall Street-Analysten waren nie zuvor so bearish gegenüber der Tesla-Aktie

• Tesla überrascht positiv mit Bilanz
• Tesla-Aktie erreicht neue Rekorde
• Analysten-Meinungen gehen auseinander

Die Tesla-Aktie konnte in den vergangenen Wochen kräftig zulegen. Zu verdanken hatte sie diesen Aufschwung wohl den Rekordauslieferungen im letzten Quartal 2019 und dem Ende Januar bekanntgegebenen Gewinn in Q4, der die Erwartungen der Analysten übertraf. Doch nun werden Experten skeptisch: Bildet sich bei Tesla eine Blase?

Tesla-Aktie beflügelt

Anfang vergangener Woche startete die Tesla-Aktie bereits bei über 670 US-Dollar und konnte dann im Handelsverlauf um fast 20 Prozent auf 780 US-Dollar zulegen. Am Folgetag stieg sie erstmalig über die Marke von 900 US-Dollar und erreichte ein neues Rekordhoch bei 968,99 US-Dollar, bevor es am Mittwoch dann wieder gen Süden ging. Dennoch verabschiedete sich die Tesla-Aktie mit 748,07 US-Dollar vor dem Wochenende aus dem Handel, was immer noch ein starkes Plus von rund 78 Prozent seit Jahresbeginn bedeutet.

Die einen bleiben optimistisch...

Einige Analysten blicken positiv in Teslas Zukunft: "Trotz früherer Produktionsverzögerungen, Teileknappheit, Lohnkostenüberschreitungen und anderer Schwierigkeiten erwarten wir, dass Tesla von seiner marktbeherrschenden Stellung in der Elektrofahrzeugindustrie profitieren und die Leistung im Jahr 2020 und darüber hinaus verbessern wird", zitiert CNBC Bill Selesky, Analyst bei Argus. Und auch bei Jefferies glaubt man an gute Aussichten für das laufende Jahr.

Ron Baron, der in Tesla investiert ist, äußerte sich gegenüber CNBC bei "Squawk Box" optimistisch und traut dem kalifornischen Elektroautopionier innerhalb einer Dekade Einnahmen in Milliardenhöhe zu. ARK Invest, ein Investment-Management-Unternehmen, prognostiziert für die Tesla-Aktie sogar einen möglichen Kursanstieg bis auf 7.000 US-Dollar bis 2024.

...die anderen sehen nur begrenztes Potenzial

Von Tesla-Bulle Pierre Ferragu, von New Street Research, erhielten die Tesla-Anteilsscheine unterdessen ein Abstufung von "buy" auf "neutral" - der Experte sieht nur begrenztes Aufwärtspotenzial im kommenden Jahr. Dennoch bleibt der Stratege für den US-Autobauer langfristig positiv eingestellt.

Bei Barclays hält man die Aktie für "grundlegend überbewertet". Und auch die Bank of America warnte Anleger zuletzt, "trotz des Hypes vorsichtig zu bleiben". Needham-Analyst Rajvindra Gill hält an seinem Underperform-Rating für Tesla fest und ergänzte in seiner Bewertung, dass der irrationale Überschwang nun ein Allzeithoch erreicht habe.

Canaccord Genuity stufte die Tesla-Aktie auf 'Halten' herab. Analyst Jed Dorsheimer wird von CNBC mit den Worten zitiert: "Wir haben nach dem jüngsten Lauf den Fuß vom Gas gelassen". Er und Morgan Stanley-Analyst Adam Jonas glauben, dass es für Investoren einen anderen, besseren Einstiegspunkt geben werde. Jonas' Tesla-Kursziel liegt, da er der Meinung ist, das Papier könne seine Dynamik nicht beibehalten, mit 360 US-Dollar bei rund der Hälfte des aktuellen Kursniveaus.

Bleibt abzuwarten, ob die Tesla-Aktie weiter an Wert gewinnen und vielleicht schon in naher Zukunft die 1.000-Dollar-Marke knacken kann. Für die weitere Entwicklung des Anteilsscheins könnten die Auslieferungen im ersten Quartal 2020 interessant werden.

Aktie im Fokus
[finanzen.net] · 11.02.2020 · 12:12 Uhr
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