Mysteriöses Verschwinden: Ehemaliger Geheimdienstoffizier vor Rätseln

Der Fall eines verschwundenen libanesischen Ex-Geheimdienstoffiziers sorgt weiterhin für Aufsehen und Spekulationen über eine mögliche Entführung durch den israelischen Geheimdienst Mossad. Nachdem der Mann vor zwei Wochen spurlos verschwand, verdichten sich nun die Hinweise, dass er gezielt aus dem Libanon entführt wurde. Laut einer verlässlichen Quelle der libanesischen Justiz bestätigen laufende Ermittlungen den Verdacht einer Entführung durch den Mossad. Beide Staaten, sowohl Libanon als auch Israel, haben sich bislang nicht offiziell zu den Vorwürfen geäußert.
Neue Erkenntnisse stammen aus Kommunikationsdaten und Überwachungskameraaufnahmen, die belegen sollen, dass der Mann in eine Falle gelockt wurde. Diese deuteten darauf hin, dass er zu einem Treffen in der Nähe der Stadt Sahla im Osten Libanons gelockt und schließlich in ein Fahrzeug verfrachtet worden sei, welches später am Beiruter Flughafen gesichtet wurde. Dabei hätten zwei Personen entscheidende Rollen gespielt, darunter ein Schwede, der anschließend das Land verlassen habe.
Eine Londoner Zeitung, "Asharq Al-Awsat", berief sich ebenfalls auf libanesische Sicherheitsbehörden und sprach von "hochwertigen Ermittlungsergebnissen", die auf eine "koordinierte Geheimdienstoperation" hindeuten. Die libanesischen Untersuchungen ergaben, dass der Vermisste mit einer Person kommunizierte, die über eine schwedische Telefonnummer verfügte.
Verknüpfungen zu historischen Fällen lassen die Brisanz der Ermittlungen weiter ansteigen. Der Bruder des Vermissten steht in Verbindung mit dem Fall Ron Arad, einem israelischen Luftwaffen-Navigator, dessen Schicksal bis heute ungeklärt ist. Zudem gab es historische Präzedenzfälle, bei denen der Verdacht auf israelische Geheimoperationen fiel, wie im Fall des Amal-Anführers Mustafa Dirani.
Mit neuen Entwicklungen berichtete die Zeitung „L'Orient-Le Jour“, dass sich eine verdächtige Person im Zusammenhang mit dem aktuellen Fall der Polizei stellte. Dieser Mann habe angeblich das entscheidende Treffen organisiert und sei in den Libanon zurückgekehrt, um seine Unschuld zu beweisen.

