Münchner S-Bahn testet ferngesteuertes Rangieren – Effizienz und Komfort im Fokus
Die Münchner S-Bahn beschreitet innovative Wege und testet erstmals in Deutschland das ferngesteuerte Rangieren von Zügen. Dieses Vorhaben verspricht nicht nur Kosteneinsparungen, sondern bringt auch spürbare Vorteile für Fahrgäste und Mitarbeiter.
Derzeit erfolgt das Rangieren von Zügen auf dem Werksgelände noch manuell, was für Mitarbeiter mit längeren Laufwegen verbunden sein kann. Die Fernsteuerung ermöglicht es nun, diese Arbeit deutlich effizienter zu gestalten, wie S-Bahn-Chef Heiko Büttner feststellt. Die potentielle Erhöhung der Fahrzeugverfügbarkeit ist ein positiver Effekt für die Pendler. Bahnen könnten somit schneller gewartet, gereinigt und für den Einsatz auf den Strecken bereitgestellt werden.
Mitarbeiter haben die Möglichkeit, die Züge über ein Tablet in den Werkshallen oder über eine speziell eingerichtete 5G-Verbindung von einem Gebäudebüro aus zu steuern. Dank der Kameras an den Zügen erhält der Triebfahrzeugführer auf großen Bildschirmen sogar detailliertere Einblicke, als dies im Cockpit der Fall wäre. Die neue Technik erlaubt umfangreiche Steuerungsmöglichkeiten, sodass das ferngesteuerte Rangieren eine Mischung aus Simulator und Modelleisenbahn in realer Dimension darstellt.
Christian Bernreiter, Bayerns Verkehrsminister, hebt die Effizienzsteigerungen und die Wirtschaftlichkeit dieses Verfahrens hervor, sowie dessen Beitrag zur Attraktivität der S-Bahn als Arbeitgeber in Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels. Nach erfolgreichem Testbetrieb soll die Technik auch im regulären Betrieb angewendet und in anderen deutschen Städten wie Frankfurt, Stuttgart und Köln eingeführt werden, insofern dort die gleiche Fahrzeugreihe genutzt wird. Eine Anschubfinanzierung von rund 25 Millionen Euro seitens des Staates ist allerdings notwendig, wie Harmen van Zijderveld von der Deutschen Bahn betont. Bei optimalem Verlauf könnte bis 2028 ein Drittel der Münchner S-Bahnen ferngesteuert rangiert werden.

