Moore als Klimaretter: Der Plan des Bundesumweltministeriums
Die Wiederherstellung von Mooren in Deutschland könnte künftig eine entscheidende Rolle im Kampf gegen den Klimawandel spielen. Laut einem Strategiepapier von Umweltminister Carsten Schneider (SPD) sollen Moorgebiete bis 2045 dazu beitragen, insgesamt 28 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente einzusparen. Dies ist Teil des 'Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz', dessen Details Schneider heute offiziell bekanntgeben möchte. Die Zustimmung des Kabinetts steht jedoch noch aus.
Der natürliche Klimaschutz basiert auf der Verbesserung von Ökosystemen wie Wäldern, Wiesen und Mooren, damit diese effizienter Treibhausgase speichern können. Bis 2045 sind Einsparungen von 77 Millionen Tonnen CO2 durch solche Maßnahmen geplant.
Als bedeutendste Emissionsquelle im Landnutzungssektor gelten aktuell entwässerte Moorböden, die jährlich mehr als 50 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente emittieren. Derzeit verfehlt der Landnutzungssektor die geltenden CO2-Reduktionsziele, auch aufgrund der Waldschäden durch Dürrejahre. Die vergangenen Jahre zeigten, dass deutsche Wälder mehr Treibhausgase freisetzten, als sie speichern konnten.
Schneiders Maßnahmenpaket, das aus 41 Einzelmaßnahmen besteht, adressiert diese Probleme durch die Schaffung widerstandsfähiger Mischwälder und einer umweltfreundlicheren Landwirtschaft. Seit zweieinhalb Jahren existiert das Aktionsprogramm der Bundesregierung, das zwischen 2024 und 2028 Investitionen von über 3,5 Milliarden Euro vorsieht. Deutschlands Klimaziele sind ambitioniert: Bis 2030 soll der Treibhausgasausstoß um 65 Prozent gegenüber 1990 gesenkt werden, bis 2045 will das Land Klimaneutralität erreichen.

