Mitarbeiterkompetenz - zielgerichtet fördern

Innerhalb des eigenen Unternehmens kann es sein, dass durch unerwartete Ausfälle schnell personeller Ersatz gefunden werden muss. Um spontane Fehlzeiten von Mitarbeitern ausgleichen zu können, ist es unerlässlich die Kompetenzen und Möglichkeiten des eigenen Personals zu kennen und bei Bedarf zielgerichtet zu fördern.
Fähigkeiten eruieren und verwalten
Geht es um Mitarbeiterförderung ist es zuerst einmal wichtig zu wissen, wen Sie in Ihrem Unternehmen haben und was diese Person an Fähigkeiten und Fertigkeiten mit sich bringt. Daraufhin folgt die eingehende Betrachtung der individuellen Situation. An welcher Position im Unternehmen oder für welches Projekt benötigt man welche Fähigkeiten.
Mit dieser Art der Analyse befasst sich das Skill Management.
Beim Skill Management handelt es sich nicht um einen feststehenden Begriff, es beschreibt eher eine Vorgehensweise um an das genannte Ziel zu kommen und die Personal betreffenden Prozesse zu verbessern und zu optimieren.
Wie oben beschrieben, geht es im ersten Schritt darum, darzulegen welche Fähigkeiten im eigenen Unternehmen gebraucht werden und damit den Soll-Zustand festzustellen. Darauf aufbauend muss nun betrachtet werden, welche Mitarbeiter im Unternehmen diese Fähigkeiten mit sich bringen, um den Ist-Zustand zu ermitteln.
Wird beispielsweise für das Projekt A 1 Mitarbeiter mit der Qualifikation "Englischkenntnisse" gebraucht, geht es anschließend darum alle Mitarbeiter mit dieser Qualifikation aufzulisten.
Diese vereinfachte Darstellung von einem Anforderungsprofil verdeutlicht das Funktionsprinzip. Findet sich im Unternehmen kein Mitarbeiter mit der benötigten Fertigkeit steht nun die Anforderung für neu einzustellendes Personal oder aber es werden Qualifikationslücken aufgedeckt, die durch Fortbildungsmaßnahmen geschlossen werden können.
Diese Art von Mitarbeitersteuerung eignet sich sowohl für das gesamte Unternehmen, als auch für einzelne Abteilungen bis hin zu kleinen Projektteams.
Strukturierte Visualisierung
Um die oben beschriebenen Schritte optisch nachvollziehbar darzustellen eignet sich eine Qualifikationsmatrix. Diese hilft bei der Visualisierung und zeigt auf einen Blick Bedarf und Chancen zur Mitarbeiterförderung.
Es ist auf einen Blick erkennbar, wie viele Personen ich mit der Kenntnis A für die Aufgabe A benötige. Daraus können dann Schlüsse für die Einstellungs- und Fortbildungspolitik der Firma gezogen werden.
Infolgedessen sind außerdem kritische Bereiche schnell zu identifizieren, in denen der Ausfall eines Mitarbeiters zur Einschränkung der Produktivität führen würde, weil niemand für ihn einspringen kann.
Eine Solche Matrix unterliegt keinen festen Regeln. Der Vorteil besteht darin, dass sie individuell an die Bedürfnisse des Unternehmens angepasst werden kann. Die Aufteilung erfolgt beispielsweise gemäß den Abteilungen innerhalb des Unternehmens oder aber nach regionalen Firmenstandorten. Der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt.
Am Anfang reichen für die Umsetzung schon rudimentären Excel-Kenntnisse um die Matrix zu erstellen. Eine softwareseitige Professionalisierung, aufgrund steigender Mitarbeiterzahlen, deren Fähigkeiten und dem damit verbundenen Aufwand, ist im Nachhinein immer möglich.
Nachteile dieser Art der Verwaltung
Für die Einführung eines solchen Verwaltungssystems ist zu Beginn ein erhöhter Personalaufwand notwendig, um die benötigten Daten zu erheben. Hier muss Personal abgestellt werden um eine Übersicht zu erstellen, die gewünschten Bereiche festzulegen und letztendlich auch um die finale Matrix darzustellen. Zur Eruierung bestimmter Kompetenzen sind darüber hinaus eventuell noch einzelne Mitarbeitergespräche notwendig.
Fazit
Alles in allem bietet das Skill Management einem Geschäftsführer, Teamleiter oder Projektleiter, aber auch Schulungskoordinatoren, Lern- und Entwicklungsexperten sowie Regionalmanagern einen strukturierten Überblick über Kompetenzlücken im eigenen Bereich. Daraus resultieren Ansätze zur Optimierung und zur sinnvollen Förderung von Unternehmensangehörigen. Ist das System erst einmal etabliert, neutralisiert der Nutzen in kurzer Zeit den Aufwand für die Einführung und bietet einen greifbaren Mehrwert für das eigene Unternehmen.

