Millionenklage nach Untergang der MS 'Felicity Ace': Gericht in Braunschweig nimmt Verhandlung auf
Im juristischen Nachspiel des dramatischen Untergangs der MS 'Felicity Ace' steht das Landgericht Braunschweig im Mittelpunkt, während es sich mit einem Schadensersatzprozess in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro auseinandersetzt. Es wird spannend, denn zwei anonyme Unternehmen des Volkswagenkonzerns sind als Beklagte im Visier. Die Kläger, bestehend aus der Reederei, Schiffseigentümern sowie Versicherern, verlangen erhebliche Entschädigungen, nachdem das mit 4.000 neuen Fahrzeugen beladene Spezialschiff zwischen Emden und den USA in Brand geraten und schließlich gesunken war.
Der Vorfall, der sich am 16. Februar 2022 nahe den Azoren ereignete, ist umstritten, insbesondere hinsichtlich der Brandursache. Während die Kläger eine spontane Selbstentzündung der Batterie eines Elektrofahrzeugs im Verdacht haben, bestreiten die Beklagten diese Darstellung vehement. Sie argumentieren, dass andere Faktoren den Brand ausgelöst hätten und ein frühzeitiges Eingreifen das Sinken hätte verhindern können.
Wie es in Zivilprozessen nicht unüblich ist, wurde im Vorfeld eine Mediation versucht, um eine friedliche Lösung zu erzielen; diese blieb jedoch ohne Erfolg. Der jetzt stattfindende Prozessauftakt dient dazu, die juristischen Streitpunkte zu klären und den Parteien einen ersten Eindruck über den Verfahrensverlauf zu vermitteln. Weitere Einigungsversuche könnten in den kommenden Verhandlungen jederzeit aufkommen.
In der Folge des tragischen Unglücks forderte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) unter der Leitung von Jörg Asmussen eine Verbesserung der Sicherheitsvorkehrungen auf Frachtschiffen mit derart wertvollen Gütern. Angeregt wird insbesondere die Aufrüstung mit fortschrittlicheren Löschanlagen, um künftige Risiken zu minimieren und die Sicherheit auf See zu gewährleisten.

