Microsofts Kahlschlag: Trotz Rekordgewinnen fliegen 9100 Mitarbeiter raus!
Microsoft, ein Titan auf dem Zenit seines Erfolgs, hat den Startschuss für eine massive, konzernweite Entlassungswelle gegeben. Neuesten Berichten zufolge steht ein brutaler Kahlschlag bevor, der rund 9100 Mitarbeitende – etwa vier Prozent der gesamten Belegschaft – ihren Job kosten wird. Die bittere Ironie dabei: Diese Nachricht platzt mitten in eine Phase, in der das Unternehmen Rekorde bei Spielerzahlen, Spielstunden und Einnahmen bricht. Besonders hart trifft es auch die prestigeträchtige Gaming-Sparte.
Das Epizentrum des Bebens: Gaming-Sparte im Kreuzfeuer
Die ersten Schockwellen haben bereits konkrete Namen und Zahlen an die Oberfläche gespült. Wie Bloomberg-Reporter Jason Schreier berichtet, hat es unter anderem die Mobile-Gaming-Schmiede King, die Schöpfer des Milliardenerfolgs Candy Crush, und ZeniMax Media, die Muttergesellschaft von Giganten wie Bethesda, erwischt. Bei King allein wird mit einem Abbau von zehn Prozent der Belegschaft gerechnet, was rund 200 Mitarbeitende auf die Straße setzt. Das volle Ausmaß der Verwüstung, insbesondere in den zahlreichen US-Studios, ist noch gar nicht absehbar und wird sich erst in den kommenden, zermürbenden Tagen offenbaren. Ein Flächenbrand, der sich unaufhaltsam durch die Korridore der Kreativität frisst.
Die bittere Pille des Phil Spencer: Eine interne Rechtfertigung
In einer internen Mitteilung, die Windows Central vorliegt, versucht Microsofts Gaming-CEO Phil Spencer den Spagat zwischen kalter Unternehmenslogik und menschlicher Tragödie. Er verpackt die Hiobsbotschaft in das wohlbekannte Vokabular der Effizienzsteigerung. Man müsse sich „für dauerhaften Erfolg positionieren“ und sich auf „strategische Wachstumsbereiche konzentrieren“. Dies erfordere, die Arbeit in bestimmten Geschäftsfeldern „zu beenden oder zu verringern“ und dem Beispiel von Microsoft zu folgen, „Managementebenen zu entfernen, um Agilität und Effektivität zu erhöhen“.
Spencer selbst erkennt die brutale Paradoxie der Situation an und schreibt, dass die Entlassungen stattfinden, „während wir mehr Spieler, Spiele und Spielstunden haben als je zuvor.“ Die Roadmap für Plattform, Hardware und Spiele sei „noch nie stärker“ gewesen. Doch diesen Erfolg führt er auf „harte Entscheidungen“ zurück, die man in der Vergangenheit getroffen habe. Für den zukünftigen Erfolg müsse man nun erneut harte Entscheidungen treffen, „um die stärksten Möglichkeiten zu priorisieren.“ Man werde schützen, was floriert, und sich auf Bereiche mit dem größten Potenzial konzentrieren.
Der Mensch hinter der Personalnummer
Es sind Sätze, die wie Hohn in den Ohren der Betroffenen klingen müssen. Spencer betont zwar, die Entscheidungen seien „keine Reflexion des Talents, der Kreativität und des Engagements der beteiligten Personen“, doch am Ende bleibt die Kündigung. Das Momentum, so Spencer, sei kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrelanger engagierter Arbeit der Teams – ebenjener Teams, die nun ausgedünnt werden. Als Trostpflaster gibt es Abfindungsleistungen, „Ressourcen zur Arbeitsvermittlung“ und die zynisch anmutende Ermutigung, sich doch auf offene Stellen innerhalb von Microsoft Gaming zu bewerben, wo man eine „vorrangige Prüfung“ erhalte.
Diese Welle ist keine Premiere. Erst im Januar 2024 strich Microsoft nach der Übernahme von Activision Blizzard 1.900 Stellen in der Gaming-Sparte. Im Mai des Vorjahres waren es drei Prozent der Gesamtbelegschaft. Ist das die neue, kalte Normalität des Erfolgs – ein ständiges Optimieren, bei dem der Mensch zur verschiebbaren Ressource verkommt? Was sagt es über eine Unternehmenskultur aus, wenn Rekordgewinne direkt zu Massenentlassungen führen? Teile deine Gedanken zu diesem beunruhigenden Trend mit uns in den Kommentaren!

