Microsoft erhöht Xbox-Preise inmitten wirtschaftlicher Herausforderungen
Microsoft kündigte an, dass es zum zweiten Mal in diesem Jahr die Preise seiner Xbox-Spielkonsolen in den USA anheben wird. Diese Entscheidung fällt in eine Zeit, in der das Unternehmen mit durch Zölle verursachten Kostendruck, starker Konkurrenz und unsicheren Ausgaben konfrontiert ist. Als Reaktion auf diese „Änderungen im makroökonomischen Umfeld“ werden ab dem 3. Oktober die aktuellen Generationen der Konsolen teurer sein: Die One-Terabyte Series S wird rund 450 US-Dollar kosten und die High-End Series X etwa 650 US-Dollar. Die Sonderedition der Zweiterabyte Galaxy Black Series X wird nahezu 800 US-Dollar betragen.
Bereits im Mai hatte Xbox die Konsolenpreise in mehreren Märkten, darunter die USA, Europa, Australien und das Vereinigte Königreich, erhöht. Damals wie jetzt wurde die Entscheidung durch die Zölle der Trump-Administration auf Importe aus Fertigungszentren wie China beeinflusst, die die Hardwarekosten in die Höhe treiben und die Margen verringern. Mit den nun erneuten Preiserhöhungen hat sich der Preis der Xbox Series X innerhalb von sechs Monaten um 150 US-Dollar erhöht, was die Budgets der Spieler angesichts steigender Inflationsraten belasten könnte.
Joost van Dreunen, Professor an der NYU Stern School of Business, betonte, dass diese Preiserhöhung weniger dem Opportunismus oder den Kosten der Softwareentwicklung geschuldet sei. Vielmehr resultiere sie aus gestiegenen Zöllen und Lieferkettenkosten. Diese Faktoren führten dazu, dass die Hardwarepreise an die neuen Handelsbedingungen angepasst werden müssen.
Auch der Xbox-Rivale Sony hat zuletzt die Preise seiner PlayStation 5 Konsolen in den USA um etwa 50 US-Dollar erhöht, wobei das teuerste Modell, die PS5 Pro, für 749,99 US-Dollar angeboten wird. Preise für Controller, Headsets und Konsolen in anderen Märkten bleiben indes unverändert, wie Microsoft bestätigte.
Konsolen wurden als Hauptwachstumstreiber der Videospielindustrie im laufenden Jahr erwartet, insbesondere aufgrund der Veröffentlichung neuer Premiummodelle wie „Grand Theft Auto VI“ und der Hardware wie Nintendos Switch 2. Allerdings könnten Titeldelays und Preisanstiege die kurzfristigen Aussichten der Branche trüben.

