Metallpreise als Indikator für politische Veränderungen weltweit
Eine Analyse, wie Metallmärkte wirtschaftliche und politische Veränderungen frühzeitig sichtbar machen.
Luzern, 11.11.2025 (PresseBox) - Arndt Uhlendorff, CEO der Institute for Rare Earths and Metals AG, erklärt, warum es so wichtig ist, die Schwankungen der Metallpreise zu verfolgen und zu analysieren.
Durch die Beobachtung von Schwankungen der Metallpreise und das Verständnis von Mustern, die sich über Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg etabliert haben, können wir Einblicke in globale Ereignisse gewinnen, zukünftige Entwicklungen abschätzen und fundierte Entscheidungen treffen – ob man kaufen, verkaufen oder den richtigen Preis bestimmen sollte.
Metallpreise sind in Zeiten erwarteter oder anhaltender militärischer Konflikte äußerst volatil. Diese Schwankungen resultieren aus einer Kombination wirtschaftlicher, geopolitischer und psychologischer Faktoren.
Gold spielt in Phasen wirtschaftlicher Instabilität oder geopolitischer Spannungen eine entscheidende Rolle. Staaten erhöhen oft ihre Goldreserven, da es als „sicherer Hafen“ gilt. Gold ist nicht an Finanzsysteme wie SWIFT gebunden, was Ländern ermöglicht, internationale Sanktionen zu umgehen. In Kriegszeiten oder während großer Konflikte kann Gold zum Bezahlen importierter Waffen, Lebensmittel und anderer lebenswichtiger Güter verwendet werden.
Während der Weltkriege erweiterten viele Länder ihre Goldreserven, da sie erkannten, dass ihre Währungen an Wert verlieren könnten. So stützten sich etwa Deutschland und die Vereinigten Staaten während des Ersten und Zweiten Weltkriegs stark auf Gold, um Rohstoffe zu erwerben.
In den letzten Jahren haben Länder wie Russland, China und Indien ihre Goldreserven deutlich ausgebaut. Dieser Schritt steht im Zusammenhang mit der Diversifizierung ihrer Reserven und der Vorbereitung auf mögliche wirtschaftliche Turbulenzen.
Während globaler Krisen – etwa der COVID-19-Pandemie oder zunehmender geopolitischer Spannungen – erreichten die Goldpreise Rekordhöhen und bestätigten damit erneut den Status des Edelmetalls als „sicherer Hafen“. Die Beobachtung der Goldpreise kann daher ein wichtiger Indikator zur Vorhersage geopolitischer Verschiebungen sowie der Preisentwicklung anderer Metalle und Metallprodukte sein.
Beispielsweise führten die nach dem Ausbruch des Krieges zwischen Russland und der Ukraine im Jahr 2022 verhängten Sanktionen gegen Russland zu einem starken Anstieg der Palladium- und Nickelpreise, da Russland zu den größten Produzenten dieser Metalle gehört.
Der Anstieg der Golddradpreise als Beispiel für eine Reaktion auf die Einführung und aktive Entwicklung von Technologien der künstlichen Intelligenz (KI)
Derstarke Anstieg des Golddrahtpreises im Jahr 2023zeigt deutlich, wietechnologische Innovationen– insbesondere die Entwicklung vonKünstlicher Intelligenz (KI)– dieNachfrage nach bestimmten Metallprodukten, die inMikroelektronik und Halbleiternverwendet werden, antreiben können.
Die Preise fürGolddrahtblieben bis 2023 mit etwa300 € pro 10 cmrelativ stabil. Doch diegroßflächige Produktion von Chips und Hochleistungsrechnersystemen, in denen Gold beispielsweise inLeitern und Mikroschaltkreisenzum Einsatz kommt, führte zu einemdeutlichen Preisanstieg, der sich schließlich bei rund400 € pro 10 cmeinpendelte.
Der Einfluss der KI-Entwicklung auf die Golddrahtpreise
Ein weiteres Beispiel für politische Maßnahmen, die denWeltmarkt stark beeinflussen, ist dermassive Preisanstieg von Gallium, Germanium und Antimonim Sommer des vergangenen Jahres. Dieser fiel zeitlich mitChinas Ankündigung von Exportbeschränkungenfürseltene Metallewie Gallium und Germanium zusammen – Rohstoffe, die für dieUS-amerikanische Mikroelektronikproduktionunverzichtbar sind.
Diese Maßnahmen waren eineReaktion auf US-Sanktionen, die darauf abzielten,Chinas Mikroelektronikindustrie auszubremsen.
DasUS-Verbot, Spitzentechnologien und Chips der nächsten Generation nach China zu exportieren,warf Chinas Entwicklung im Bereich der Künstlichen Intelligenz, einschließlichmilitärischer KI-Anwendungen,um mehrere Jahre zurück.
DaChina über mehr als 80 % der weltweiten Germaniumproduktionverfügt und dieUS-Regierung kaum Galliumreservenbesitzt, hatten diese Schritteweitreichende wirtschaftliche Folgen.
Nach derVerschärfung der Exportbeschränkungenstellte China denExport von Gallium und Germanium in die USA nahezu vollständig ein, was zu einemdrastischen Preisanstiegführte:
- Galliumpreisestiegen um80 %,
- Germaniumpreiseverdoppelten sich.
Die Auswirkungen chinesischer Exportbeschränkungen auf Antimon
Neben Gallium und Germaniumverbot China im Jahr 2024 auch den Export antimonhaltiger Produktein die USA.
Chinadeckt etwadie Hälfte der weltweiten Antimonproduktionab – ein Metall, das in derRüstungsindustrie, insbesondere bei derHerstellung von Munition und Nuklearwaffen, eine zentrale Rolle spielt.
Früher galt dieFörderung von Antimonalsunrentabel, doch bisNovember 2024erreichte derRotterdamer Antimonpreisrund39.000 US-Dollar pro Tonne– mehr alsdas Dreifache des Preises zu Jahresbeginn.
Daraufhin kündigte daskanadische Unternehmen Spearmint Resourcesan, denAntimonabbau in New Brunswickwieder aufzunehmen. Dies signalisiert einweltweites Interesse an der Erkundung und Entwicklung neuer Antimonvorkommen, da das Metall zunehmend strategische Bedeutung gewinnt.
Die Rolle seltener Erden und kleinerer Metalle in der globalen grünen Wirtschaft
Der weltweiteÜbergang zu einer „grünen“ Wirtschaftist einer derHaupttreiber für den Preisanstiegvielerseltener Erden und sogenannter Minor Metals.
Da Länder ihreCO?-Emissionen senkenund auferneuerbare Energienumstellen wollen, steigt der Bedarf an Metallen, die für die Herstellung vonSolarzellen, WindturbinenundBatteriennotwendig sind, rapide an.
Auch derrasche Ausbau der Elektromobilitäterfordert große Mengen anLithium, Kobalt, Nickelund anderenSeltenerdelementenfürBatterien und Elektromotoren.
Diebegrenzte Verfügbarkeitdieser Rohstoffe – meist konzentriert in nur wenigen Ländern wieChina– sowie diehohen Kosten einer umweltgerechten Förderungtreiben die Preise zusätzlich nach oben.
Darüber hinaus hat diestrategische Bedeutung dieser Metalle für Zukunftstechnologienzuspekulativen Marktentwicklungengeführt.
Das Ergebnis: DiePreise für seltene und spezielle Metalle, die für diegrüne Transformationzentral sind, sind weltweit stark gestiegen.
Nischenmärkte und Preisbildung seltener Rohstoffe
Neben den an Börsen gehandelten Metallen gibt esextrem seltene Mineralien, derenPreisbildung schwierigist. Das liegt anseltenen Transaktionen,einzigartigen Eigenschaftenund demFehlen eines standardisierten Marktes.
Ein herausragendes Beispiel istOsmium, insbesondere dasIsotop Osmium-187– eines derseltensten und außergewöhnlichsten Materialienauf dem globalen Metallmarkt.
Kasachstangilt alsHauptexporteur von Osmium-187, was dessenextreme Knappheiterklärt.
Da Osmium-187 aufgrund seinerSeltenheit und speziellen Gewinnungsanforderungennicht an Börsen gehandeltwird, orientiert sich derMarktpreisan
- Laborbewertungen(Qualität, Reinheit, Einzigartigkeit) und
- Daten vergangener Transaktionen.
Die Metallpreisdatenbank des ISE
Seit über zehn Jahren unterhält dasInstitute for Rare Earth Elements and Metals AG (ISE)eineeigene Metallpreisdatenbank, diemehr als 19.500 Einträgeumfasst.
Diese Datenbank basiert aufvielfältigen Quellen, darunter auchInsiderinformationenzunicht börsengehandelten Metallen.
Zu den Nutzern des Überwachungssystems zählenPrivatkunden,große Hersteller elektrischer Ausrüstungen,internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaften,staatliche Institutionensowieweltweit führende Forschungseinrichtungen.
Der Zugriff auf das System erfolgt über dieWebsite der ISE AGim Rahmen einesJahresabonnements, das eine24-stündige Testphasebeinhaltet.
DieDaten werden täglich aktualisiertund können imCSV-Format exportiertwerden.
DieÜberwachung der Metallpreisehilft,Schlüsseltrends des technologischen Fortschrittszu erkennen und derenAuswirkungen auf die Weltwirtschaftzu verstehen. Sie ermöglicht es,wirtschaftliche Veränderungen frühzeitig abzuschätzen– einunverzichtbares Instrumentfür Unternehmen, politische Entscheidungsträger und Forscher gleichermaßen.
Über das Institute for Rare Earth Elements and Metals AG (ISE AG)
DieISE AG, gegründet2008, ist einführendes Unternehmenauf dem Gebiet derhochpräzisen metallurgischen Analysenund derLagerung von Metallen.
DerHauptsitzbefindet sich inder Schweiz, daneben unterhält das UnternehmenBüros in sechs Ländernund beschäftigt weltweitrund 80 Mitarbeiter.
Der Fokus der ISE AG liegt auf derAnalyse von Edelmetallen,Seltenerdmetallenundhochreinen Industrieprodukten.
Das Unternehmen betreibtmoderne Hochsicherheitslagermit einer Gesamtfläche von über8.000 m²in der Schweiz, die durchstrenge Prüf- und DokumentationsverfahrendieMaterialintegritätgewährleisten.
In den firmeneigenenLaboratorienkommenmodernste Analysetechnologienwie
- GD-MS (Glow Discharge Mass Spectrometry),
- ICP-MS (Inductively Coupled Plasma Mass Spectrometry)und
- XRF (Röntgenfluoreszenzanalyse)
zum Einsatz. Diese Analysen erfolgen gemäßISO-Normen.
Kunden erhaltenOnline-Zugang zu Echtzeitpreisenvon über19.500 Metallen und deren Produkten, was einefundierte Entscheidungsfindungin einemdynamischen Marktumfeldermöglicht.
Die ISE AG engagiert sich zudemaktiv in der Forschung, insbesondere im Bereich desMetallrecyclings, und arbeitet dabei mitinternationalen Universitätenzusammen, umnachhaltige Verfahren zur Rückgewinnung kritischer Seltenerdmetalle und Minor Metalszu entwickeln.
Mit derVerbindung aus modernster Technologie,höchster Qualitätsstandardsund einem klarenBekenntnis zu nachhaltigem Ressourcenumganggilt dieISE AGalsverlässlicher Partner der metallurgischen Industrie.
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ISE AG - Oktober 2025


