Meta im Kreuzfeuer: Sammelklage wegen Facebook-Datendiebstahls vor dem Hamburger Gericht
Der berühmte Datendiebstahl bei Facebook, der Millionen Menschen weltweit betraf, wird nun am Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg verhandelt. Auf der Anklagebank steht die internationale Facebook-Muttergesellschaft Meta, die sich den Vorwürfen der Verbraucherzentrale Bundesverband erwehren muss. Ziel ist es, den Betroffenen die Möglichkeit zu bieten, leichter Schadensersatzansprüche geltend zu machen.
Die Verbraucherzentrale kritisiert Meta für ihre Rolle im Datenschutzskandal, indem sie den Schutz und die Information der Nutzer als unzureichend bezeichnet. Sie fordert eine Schadensersatzzahlung zwischen 100 und 600 Euro pro Betroffener, abhängig vom Ausmaß des Datendiebstahls. Das Instrument der Musterfeststellungsklage, ursprünglich bekannt aus dem VW-Abgasskandal, bietet Verbrauchern die Chance, ohne individuelle Klagen Entschädigungsansprüche durchzusetzen, insbesondere falls ein Vergleich zustande kommt.
Die Ursache des komplizierten Rechtsstreits liegt in einem Ereignis von April 2021, als die Daten von über 530 Millionen Facebook-Nutzern im Darknet auftauchten. In Deutschland waren circa sechs Millionen Nutzer betroffen, da die Profileingabe über Telefonnummern das Datenleck ermöglichte. Die irische Datenschutzbehörde handelte bereits 2022 und verhängte eine empfindliche Strafe von 265 Millionen Euro gegen Meta.
Mittlerweile haben sich mehr als 14.000 Bürger der Sammelklage angeschlossen, und weitere Interessierte haben die Gelegenheit, sich im Verbandsklageregister einzutragen. Allerdings bleibt abzuwarten, wie sich die Verhandlung entwickeln wird. Vorerst wird das Gericht formelle Fragen klären, wie die Zuständigkeit für die Klage. Eine endgültige Entscheidung am Ende der Sitzung ist jedoch nicht zu erwarten. Der Termin zur Verkündung soll separat mitgeteilt werden, das gesamte Verfahren bleibt öffentlich zugänglich.

