Merz übernimmt Kanzleramt, EU plant Gasimportstopp, und Freihandelsabkommen besiegelt
Friedrich Merz hat als neuer Kanzler der Bundesrepublik Deutschland offiziell das Zepter übernommen, nachdem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ihm die Ernennungsurkunde überreicht hatte. Der CDU-Vorsitzende sicherte sich in geheimer Bundestagsabstimmung mit 325 Stimmen die benötigte Mehrheit und tritt damit in die Fußstapfen als der zehnte Kanzler des Landes.
Die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD verfügen im Parlament über zusammen 328 Sitze. Währenddessen sorgt die EU-Kommission mit einem ambitionierten Plan für Aufsehen: Der vollständige Stopp russischer Gasimporte bis Ende 2027 soll Realität werden. Konkrete Maßnahmen dazu werden den Mitgliedsstaaten bereits im Juni vorgestellt.
Im Jahr 2024 betrug der Anteil russischen Gases an den EU-Importen laut aktueller Angaben noch knapp 19 Prozent. Zeitgleich haben Großbritannien und Indien unter dem Einfluss der US-amerikanischen Handelspolitik ein Freihandelsabkommen abgeschlossen. Diese Einigung bringt für Großbritannien insbesondere beim Export von Whisky, Gin und Autos in das einstige Herrschaftsgebiet erhebliche Zollreduktionen mit sich.
Auch die Herausforderungen der internationalen Schifffahrt stehen im Rampenlicht, denn politische Konflikte und US-Einmischungen sorgen in der Branche für Unsicherheit. Irina Haesler vom Verband Deutscher Reeder betonte auf dem Deutschen Schifffahrtstag in Hamburg, dass die Handelsflotte verstärkt auf potenzielle Seewegstörungen vorbereitet sein müsse.
Zudem zeigt sich die Unternehmensstimmung im Euroraum im April weniger getrübt als erwartet. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global fiel auf 50,4 Punkte, knapp oberhalb der Expansionsschwelle, was auf eine leicht steigende wirtschaftliche Aktivität hinweist. In Großbritannien hingegen hat sich die Stimmung vergleichsweise moderat verschlechtert, da der entsprechende Index von S&P Global auf 48,5 Punkte sank.
Nicht zuletzt überraschte das Statistikamt Eurostat mit der Meldung, dass die Erzeugerpreise in der Eurozone im März stärker fielen als angenommen. Ein Rückgang von 1,6 Prozent im Monatsvergleich übertraf die Erwartungen der Volkswirte und markiert damit einen weiteren Preisrückgang nach Februar.

