Mercedes-Benz: Herausforderungen durch US-Zölle und schwaches China-Geschäft drücken Gewinne
Mercedes-Benz steht zum Jahresbeginn 2023 weiterhin unter starkem Druck. Besonders das schwache Geschäft in China und die drohenden Auswirkungen der US-Importzölle belasten den Stuttgarter Autobauer. Die Entwicklungen auf dem US-amerikanischen Markt sind derzeit schwer abzuschätzen, doch falls die US-Regierung an ihrer gegenwärtigen Handelspolitik festhält, drohen erhebliche Einbußen für Mercedes. Fast die Hälfte des zuvor eingeplanten operativen Gewinns im wichtigen Pkw-Segment könnte durch die Zölle bedroht sein, weshalb Mercedes seine Prognose angepasst hat.
Im ersten Quartal verzeichnete Mercedes erneut einen deutlichen Gewinneinbruch, was den Aktienkurs um knapp ein Prozent sinken ließ. Auf Jahressicht verloren die Papiere fast ein Viertel ihres Wertes, wenngleich der Kurs im laufenden Jahr nur leicht rückläufig ist. Der JPMorgan-Analyst Jose Asumendi bemängelte, dass der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) insbesondere wegen der Van-Sparte enttäuschte, jedoch war die Pkw-Sparte erwartungsgemäß.
Finanzvorstand Harald Wilhelm äußerte, dass die anhaltenden Zölle die Umsatzrendite in der Pkw-Sparte um etwa drei Prozentpunkte schmälern werden. Dennoch plant Mercedes, den Fußabdruck in den USA zu vergrößern. Der Standort Tuscaloosa in Alabama spielt dabei eine zentrale Rolle, da dort die Produktion großer SUVs und deren Elektro-Varianten angesiedelt ist. Vorstandschef Ola Källenius kündigte an, dass Erhöhung der Produktion in den USA eine mögliche Reaktion auf den wirtschaftlichen Druck der US-Regierung sein könnte.
Zudem kämpft Mercedes mit einem weiteren Problem: Die angespannten wirtschaftlichen Bedingungen in China führen dazu, dass weniger Premium- und Luxusfahrzeuge gekauft werden. Mercedes-Verkäufe fielen hier um 9,5 Prozent, verbunden mit einem globalen Rückgang des durchschnittlichen Verkaufspreises um drei Prozent. In der Summe sank der operative Gewinn weltweit um fast 41 Prozent auf 2,29 Milliarden Euro, während die Gewinnmarge der Pkw-Sparte um 1,7 Prozentpunkte auf 7,3 Prozent zurückging.

