Mein Sky: RTL erhält grünes Licht für Übernahme

Die RTL Group und die Sky Group/Comcast werden nun die Transaktion finalisieren, deren Abschluss am 1. Juni 2026 erwartet wird.
Grünes Licht für die Sky-Übernahme durch RTL: Die Europäische Kommission, hat den geplanten Erwerb von Sky Deutschland (DACH) ohne Auflagen genehmigt. Die RTL Group und die Sky Group/Comcast werden nun die Transaktion finalisieren, deren Abschluss am 1. Juni 2026 erwartet wird - das gibt das Kölner Medienunternehmen nun selbst als Marschroute aus. Ziel war es bekanntlich, den Deal vor der nächsten Bundesliga-Saison über die Bühne zu bringen.
Thomas Rabe, CEO der RTL Group, sagt: „Wir begrüßen die Genehmigung des Erwerbs von Sky Deutschland durch die Europäische Kommission. Dies stellt einen bedeutenden Meilenstein für die RTL Group dar und wird die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Medienunternehmen stärken. [...] Durch den Zusammenschluss von RTL und Sky Deutschland werden wir unsere Möglichkeiten verbessern, in Deutschland und ganz Europa in Inhalte, Technologie und Talente zu investieren. Die RTL Group ist überzeugt, dass inländische Zusammenschlüsse notwendig sind, um langfristig mit globalen Plattformen konkurrieren zu können.“
Dana Strong, Group CEO von Sky, sagt: „Die Genehmigung durch die Europäische Kommission ist ein wichtiger Meilenstein in dieser Transaktion. [...] Darauf aufbauend schafft der Zusammenschluss mit RTL neue Chancen für beschleunigtes Wachstum und stärkt das Geschäft langfristig. Ich möchte mich bei Barny Mills und dem gesamten Team von Sky Deutschland für ihre herausragende Arbeit bedanken.“
Stephan Schmitter, CEO von RTL Deutschland, wird das zusammengeführte Unternehmen nach Abschluss der Transaktion führen. Er sagt: „Die Genehmigung des Erwerbs von Sky Deutschland sendet ein starkes Signal für die Zukunft des deutschsprachigen Medienmarktes. Mit mehr als 12 Millionen Abonnenten sind wir gut aufgestellt, um den ständigen Wandel des Videomarktes aktiv zu gestalten. [...] Wir wollen spannende Inhalte für alle Budgets und Fanherzen liefern und dabei unsere Zuschauer in den Mittelpunkt unseres Handelns stellen.“
Die RTL Group gab am 27. Juni 2025 erstmals bekannt, dass sie eine verbindliche Vereinbarung für den Erwerb von Sky Deutschland (DACH) unterzeichnet hat. Die Transaktion soll laut RTL innerhalb von drei Jahren nach Abschluss der Transaktion jährliche Synergien in Höhe von 250 Millionen Euro generieren. Bei Abschluss der Transaktion wird die RTL Group 150 Millionen Euro in bar an Comcast, die Muttergesellschaft von Sky, zahlen. Im Rahmen einer separaten Markenlizenzvereinbarung wird RTL das Recht haben, dieSky-Marke in der DACH-Region zu nutzen. RTL erwirbt zudem die Streaming-Marke WOW.
Die EU-Kommission selbst teilt mit, dass sie die Auswirkungen des Zusammenschlusses auf den betroffenen Märkten prüfte und zu diesem Zweck umfangreiche Rückmeldungen von Kunden, Dienstleistern und Wettbewerbern von RTL und Sky DACH auf allen Ebenen der audiovisuellen Wertschöpfungskette einholte. Auf der Grundlage dieser Untersuchung hat sie festgestellt, dass das Vorhaben in der angemeldeten Form den Wettbewerb nicht erheblich beeinträchtigen würde, da der Zusammenschluss insbesondere die Nachfragemacht von RTL und Sky Dach auf den Märkten für den Erwerb audiovisueller Inhalte voraussichtlich nicht stärken wird.
Die Kommission ist zu dem Schluss gekommen, dass RTL und Sky DACH sowohl bei Unterhaltungs- als auch bei Sportinhalten derzeit unterschiedliche Schwerpunkte verfolgen und daher keine engen Wettbewerber sind, dass es ausreichend andere Käufer gibt, dass keine nennenswerten Marktzutrittsschranken bestehen und dass der Wettbewerbsdruck, vor allem durch globale Streaming-Plattformen, zunimmt.
Die Kommission stellte zudem fest, dass es nicht zu einer erheblichen Verringerung des Wettbewerbs auf dem Markt für die Bereitstellung von Werbeflächen führt. Die Kommission kam zu dem Schluss, dass der Zusammenschluss selbst auf dem Markt für die Bereitstellung von Werbung im linearen Fernsehen nur eine geringe Verbesserung der Marktstellung der Unternehmen zur Folge hätte, und es liegen ausreichende Nachweise dafür vor, dass die Unternehmen keine engen Wettbewerber sind, ausreichende Alternativen bestehen (bzw. ausreichende Wettbewerber in den Markt eintreten dürften) und die Kunden leicht wechseln können und das auch tatsächlich tun.
RTL unterbreitete Verpflichtungszusagen, um diese potenziellen Bedenken in Bezug auf die Werbemärkte auszuräumen. Nach einer weiteren Prüfung kam die Kommission jedoch zu dem Schluss, dass die von RTL angebotenen Verpflichtungen nicht erforderlich sind. Daher schloss sie, dass die geplante Übernahme auf keinem der untersuchten Märkte im EWR wettbewerbsrechtliche Bedenken aufwirft und genehmigte den Zusammenschluss ohne Auflagen.

