Ukraine-Krieg

Mehr als 30 Tote bei russischem Raketenschlag gegen Sumy

13. April 2025, 17:55 Uhr · Quelle: dpa
Die kriegsgeplagte Stadt Sumy im Nordosten der Ukraine erlebt am Palmsonntag einen der schwersten russischen Luftangriffe. Es gibt mehr als 150 zivile Opfer. Das Entsetzen ist international groß.

Sumy (dpa) - Bei einem schweren russischen Luftschlag mit ballistischen Raketen gegen die Stadt Sumy im Nordosten der Ukraine sind mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 100 Zivilisten wurden verletzt. Unter den Toten seien auch zwei Kinder, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram mit. Er sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Es gebe 34 Tote, teilten die Behörden mit. Unter den 117 Verletzten seien auch 15 Kinder. 

«Jeder bekommt die nötige Hilfe», sagte Selenskyj. Viele Menschen waren am Palmsonntag vor Ostern in der Stadt unterwegs, als die Raketen einschlugen. Der Angriff löste international Entsetzen aus. Der ukrainische Generalstab kündigte Vergeltung an. «Unsere Antwort wird hart sein», teilte die Militärführung in Kiew mit.

Die Raketen hätten Sprengsätze mit Streumunition getragen, sagte Selenskyjs Bürochef Andrij Jermak. So habe Russland eine möglichst hohe Zahl an Zivilisten treffen wollen. Viele Menschen seien zudem mitten auf der Straße, in Autos und öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Häusern verletzt worden, teilte Innenminister Ihor Klymenko bei Telegram mit. Er warf Russland einen gezielten Angriff auf Zivilisten vor. Außenminister Andrij Sybiha sprach von einem Kriegsverbrechen. 

Der geschäftsführende Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sagte laut einer Mitteilung, solche Angriffe zeigten, wie es um die angebliche russische Friedensbereitschaft bestellt sei. «Wir sehen stattdessen, dass Russland seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine erbarmungslos fortsetzt. Dieser Krieg muss enden und Russland muss endlich einer umfassenden Waffenruhe zustimmen. Hieran arbeiten wir gemeinsam mit unseren europäischen und internationalen Partnern.»

Behörden: Krisenstab eingerichtet

Die Behörden der Stadt Sumy teilten mit, dass ein Krisenstab eingerichtet worden sei. Es gab demnach Schäden an Straßen, Häusern, einer Ausbildungseinrichtung und mehreren Autos. Auf Bildern waren leblose Körper auf den Straßen, brennende Autos und schwere Verwüstungen zu sehen. Rettungskräfte trugen Menschen mit bloßen Händen und auf Tragen.

Außenminister Sybiha sprach vom «absoluten Bösen» an einem wichtigen christlichen Feiertag in einer friedlichen ukrainischen Stadt. Er und Selenskyj forderten in Mitteilungen auf der Plattform X eine entschlossene Reaktion der internationalen Verbündeten. Sybiha kritisierte erneut, dass Russland einem US-Vorschlag vom 11. März zu einer Waffenruhe in der Ukraine nicht zustimmt.

Ukraine fordert mehr Hilfe vom Westen

«Stattdessen weitet Russland seinen Terror aus», sagte Sybiha. Er forderte die westlichen Partner auf, die Ukraine mit zusätzlichen Flugabwehrkapazitäten auszustatten und den Druck auf Moskau zu erhöhen. «Stärke ist die einzige Sprache, die sie verstehen, und der einzige Weg, dem schrecklichen Terror ein Ende zu setzen», sagte er.

Von westlichen Verbündeten, darunter von der EU und der Nato, gab es neben der Verurteilung des russischen Angriffs auch Beileids- und Unterstützungsbekundungen. Der französische Präsident Emmanuel Macron schrieb bei X, dass Russland menschlichem Leben keinen Wert beimesse und den Krieg fortsetzen wolle - ohne Rücksicht auf das internationale Recht oder die diplomatischen Bemühungen von US-Präsident Donald Trump. 

Es brauche starke Maßnahmen, um Russland zu einer Waffenruhe zu zwingen, schrieb Macron. Ähnlich äußerte sich der britische Premierminister Keir Starmer. 

Der von Trump für die Ukraine eingesetzte Sonderbeauftragte Keith Kellogg verurteilte den Angriff auf Zivilisten an dem christlichen Feiertag. Als ehemaliger Militärkommandeur wisse er, dass solche Angriffe falsch seien. «Deshalb arbeitet Präsident Trump hart, um den Krieg zu beenden», schrieb der frühere General bei X.

Sumy ist immer wieder Ziel von Angriffen. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als drei Jahren gegen die russische Invasion.

Russland bestätigt Abschuss von F-16-Kampfjet in der Ukraine

Bereits am Samstag hatte die Ukraine auch der Tod eines der vom Westen ausgebildeten wichtigen Kampfpiloten erschüttert. Nach dem Tod des F-16-Piloten bestätigte das russische Militär den Abschuss eines solchen Kampfflugzeugs. Die russische Flugabwehr habe eine F-16 abgeschossen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit, ohne Details zu Ort und Zeitpunkt zu nennen. 

Präsident Selenskyj hatte am Samstag mitgeteilt, dass der F-16-Kapitän Pawlo Iwanow getötet worden sei. Er verlieh dem 26-Jährigen postum den Titel «Held der Ukraine». Selenskyj machte aber keine Angaben zum Vorfall selbst.

Kiew nutzt unter anderem diese Kampfjets zur Abwehr gegen den russischen Angriffskrieg. Laut Medien soll der Kampfjet über dem Gebiet Sumy im Nordosten der Ukraine abgeschossen worden sein. Damit verlor die Ukraine die zweite der für sie wertvollen Maschinen. Der erste Verlust war selbst verschuldet. 

Kreml: Noch viele Schritte bis zu Treffen Putins mit Trump

Russland äußerte sich derweil zufrieden mit den Verhandlungen mit den USA. «Im Grunde geht alles sehr gut voran», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow nach dem Besuch des US-Sondergesandten Steve Witkoff beim russischen Präsidenten Wladimir Putin. Dem russischen Staatsfernsehen sagte er auch, dass es ein Treffen Putins mit Trump geben werde. Es seien nach Jahren der Zerstörung der Beziehungen aber keine schnellen Ergebnisse zu erwarten, alles müsse wieder aufgebaut werden. «Es gibt viel zu schwere Probleme», betonte er.

Peskow wiederholte frühere Aussagen, nach denen ein Treffen Putins mit Trump gut vorbereitet werden müsse. Er mahnte zur Geduld und nannte weder einen Zeitrahmen noch einen möglichen Ort für das Treffen.

Der US-Sondergesandte Witkoff hatte am Freitag in St. Petersburg mehr als vier Stunden lang mit Putin unter anderem über den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine gesprochen. Trump, der den Krieg beenden will, setzte Moskau nach der Ankunft Witkoffs noch einmal unter Druck. Er schrieb auf der Plattform Truth Social: «Russland muss sich bewegen. Zu viele Menschen sterben, Tausende pro Woche, in einem schrecklichen und sinnlosen Krieg.»

Konflikte / Krieg / Ukraine / Russland
13.04.2025 · 17:55 Uhr
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