Materialversorgung der Industrie im Aufwärtstrend: Ein Lichtblick trotz anhaltender Herausforderungen
Die Lage der Material- und Teileversorgung in der deutschen Industrie zeigt eine erfreuliche Trendwende. Laut dem neuesten Bericht des Münchner Ifo-Instituts sank der Anteil der Unternehmen, die über Beschaffungsschwierigkeiten klagen, auf lediglich 7,5 Prozent. Diese Zahl stellt einen Rückgang um 3,7 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat dar. Klaus Wohlrabe, der Leiter der Ifo-Umfragen, hebt hervor, dass sich die Verfügbarkeit von Vorprodukten in der Industrie spürbar verbessert habe. Doch er warnt davor, die Lieferketten aus den Augen zu verlieren, betont aber zugleich die Lernchancen der vergangenen Krisenjahre.
Ein Blick auf die historischen Daten zeigt, dass der langjährige Durchschnittswert seit 1991 bei etwa 15 Prozent liegt, wobei die jüngsten Krisenzeiten diesen Mittelwert deutlich beeinflusst haben. In den Jahrzehnten vor der Pandemie lag die Quote bei durchschnittlich 5,2 Prozent, was zeigt, dass Normalität zwar ein Stück näher rückt, aber noch nicht vollständig erreicht ist.
Insbesondere in der Automobilbranche ist eine erhebliche Entspannung zu verzeichnen: Hier fiel der Anteil der betroffenen Unternehmen von 27,6 Prozent im November auf nur 5,6 Prozent. Der Hintergrund dieser erfreulichen Entwicklung liegt vermutlich in der Entschärfung des Streits um den Chiphersteller Nexperia, dessen Exportbeschränkungen teilweise gelockert wurden. Die Lage sieht jedoch bei den Herstellern elektrischer Ausrüstungen, von denen noch 12,2 Prozent unter Versorgungsproblemen leiden, weniger rosig aus. Ähnlich kämpfen die Chemische Industrie und der Maschinenbau mit Werten von 7,1 bzw. 6,7 Prozent—zwar niedriger als der Durchschnitt, aber weiterhin mit Herausforderungen konfrontiert.

