Marvel’s Blade: Release erst 2027? Enttäuschendes Update zur Entwicklung
Inmitten der jüngsten, turbulenten Umwälzungen bei den Microsoft-Studios, die von Entlassungswellen und eingestellten Projekten geprägt waren, schien Marvel’s Blade von den gefeierten Entwicklern Arkane Studios die unbeschadete Bastion der Hoffnung zu sein. Die Ankündigung, dass die Macher von Meisterwerken wie Dishonored und Deathloop den ikonischen Daywalker auf die Bildschirme bringen, löste einen Tsunami der Vorfreude aus. Doch nun wirft ein unscheinbares, aber umso ernüchternderes Dokument einen langen Schatten auf diese Euphorie: Der Weg von Eric Brooks an die Spitze der Nahrungskette wird erheblich länger dauern, als selbst die pessimistischsten Stimmen vermutet hatten.
Die kalte Wahrheit aus den Finanzakten
Die Hiobsbotschaft stammt nicht aus einem effekthascherischen Trailer oder einem Entwickler-Blog, sondern aus der trockensten aller Quellen: den Finanzberichten von Arkane für das Jahr 2024. Dort, versteckt im Zahlenwerk, fand der aufmerksame Beobachter Timur222 den entscheidenden Satz: Die „Produktionsphase des AAA-Spieleprojekts“ habe erst gegen Ende des letzten Jahres begonnen. Obwohl Blade nicht namentlich genannt wird, kann sich dieser Satz kaum auf ein anderes Projekt beziehen. Seit dem genialen Deathloop (2021) hat das zuständige Studio Arkane Lyon nichts anderes angekündigt, und das unglückselige Redfall war das Werk des inzwischen geschlossenen Schwesterstudios Arkane Austin. Diese Information steht scheinbar im Widerspruch zu früheren Berichten, wonach die Entwicklung bereits seit 2022 laufe. Doch dies enthüllt nur den feinen, aber entscheidenden Unterschied zwischen der anfänglichen Vorproduktion und dem ressourcenintensiven Start der Vollproduktion.
Geduldsprobe 2027: Ein fernes Datum wird zur bitteren Gewissheit
Was bedeutet dieser späte Produktionsstart nun konkret für die wartenden Fans? Es bedeutet vor allem eines: Warten. Sehr lange warten. Die vagen Gerüchte, die kurz nach der Ankündigung kursierten und eine Veröffentlichung nicht vor 2027 in Aussicht stellten, wirken nun nicht mehr wie bloße Spekulation, sondern wie eine beinahe optimistische Prognose. Ein Start der Vollproduktion Ende 2024 macht einen Release vor diesem Datum praktisch unmöglich. Man kann nur mutmaßen, ob dieser Zeitplan von Anfang an so vorgesehen war, um dem Team einen langsamen, sorgfältigen Aufbau zu ermöglichen. Jede Annahme über die internen Vorgänge bleibt jedoch bestenfalls fundierte Spekulation.
Die Tugend der Langsamkeit als Arkanes Markenzeichen
So frustrierend diese Nachricht auch sein mag, sie birgt auch einen Funken Hoffnung. Man könnte die lange Entwicklungszeit als Bekenntnis zur Qualität interpretieren – eine Philosophie, die Arkane Studios seit jeher auszeichnet. Man erinnere sich an Dishonored 2, das trotz relativ geringer Verkaufszahlen das Studio Berichten zufolge rettete, allein aufgrund seiner makellosen Qualität und seines ausgefeilten Designs. Würde Arkane den gleichen Weg einschlagen und das Spiel so lange polieren, bis es ihren eigenen, astronomisch hohen Standards genügt, könnte am Ende ein weitaus besseres Blade-Erlebnis stehen, als es ein überhasteter Release je bieten könnte. Der Grund für die lange Wartezeit bleibt vorerst ein Mysterium, doch vielleicht ist es genau dieses Mysterium, aus dem am Ende die schärfste Klinge der Videospielgeschichte geschmiedet wird.

