Man Group steigert Gewinn und plant Aktienrückkauf in Höhe von 100 Millionen Dollar
Die Aktien von Man Group, dem weltweit größten börsennotierten Hedgefonds-Unternehmen, stiegen am Donnerstag um fast 5 Prozent, nachdem das Unternehmen einen Anstieg des Gewinns trotz durchwachsener Performance in einigen Kernstrategien für das zweite Jahr in Folge vermeldete.
Das in London gelistete Unternehmen gab bekannt, dass der Vorsteuergewinn für 2024 um 43 Prozent auf 398 Millionen Dollar gestiegen sei. Analysten verwiesen darauf, dass sowohl der bereinigte Gewinn als auch die Gebühreneinnahmen über den Markterwartungen lagen.
Man Group kündigte zudem den Rückkauf von Aktien im Wert von 100 Millionen Dollar an und erhöhte die Jahresdividende leicht auf 17,2 Cent je Aktie.
„Wir sehen hier ein starkes Ergebnis und eine hervorragende Ausgangslage für 2025“, sagte CEO Robyn Grew.
Trotz der Gewinnsteigerung wuchs das verwaltete Vermögen nur um 1,1 Milliarden Dollar auf 168,6 Milliarden Dollar. Ein wesentlicher Grund war ein Großkunde, der im dritten Quartal 7 Milliarden Dollar abgezogen hatte. Zudem belastete der starke US-Dollar die nicht in Dollar denominierten Vermögenswerte des Unternehmens.
Besonders schwach entwickelten sich die quantitativen Hedgefonds-Strategien, für die Man Group bekannt ist. Diese datengetriebenen Strategien nutzen Markttrends, leiden jedoch in Phasen hoher Volatilität unter plötzlichen Richtungswechseln.
Analysten wiesen darauf hin, dass vor allem die Kapitalzuflüsse in den Bereich „Alternatives“, zu dem Hedgefonds-Strategien und Infrastrukturinvestitionen gehören, schwach ausfielen.
„Wir erwarten eine negative Kursreaktion aufgrund der schwächeren Kapitalflüsse in alternativen Anlagen“, kommentierten Analysten von Citigroup. „Eine günstige Bewertung und die bisher schwache Kursentwicklung könnten das jedoch teilweise abfedern.“
Auf die Frage, ob das Unternehmen Anpassungen zur Verbesserung seiner quantitativen Strategien vornehmen werde, sagte Finanzvorstand Antoine Forterre, dass es „keine reflexartigen Reaktionen“ gebe. Stattdessen setze man auf einen kontinuierlichen Prozess von Forschung, Entwicklung und Innovation.
Die Aktie notierte am Vormittag in London 4,2 Prozent höher bei 218,9 Pence. Während sie seit Jahresbeginn leicht im Plus liegt, notiert sie im Vergleich zum Vorjahr etwa 9 Prozent niedriger.
Ein besonders positiver Faktor in den Ergebnissen war die Performance des hauseigenen Hedgefonds 1783, der mit höheren Gebühren arbeitet und mehrere Strategien kombiniert. Der Fonds erzielte eine Rendite von 14,5 Prozent, ein Wert, der mit den 15 Prozent Rendite der weltweit führenden Hedgefonds Millennium und Citadel vergleichbar ist.

