Maersk navigiert durch raue Gewässer: Neue Wege, alte Herausforderungen

Die dänische Reederei Moller-Maersk steht vor einer anspruchsvollen Fahrt in Richtung 2026, da die bevorstehende Wiedereröffnung der Transportwege durch das Rote Meer zu einem erheblichen Gewinnrückgang führen könnte. Moller-Maersk prognostiziert für das kommende Jahr einen Gewinn zwischen 4,5 und 7 Milliarden US-Dollar vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda), was im pessimistischen Szenario nicht einmal die Hälfte des Ergebnisses von 2025 erreichen würde. Sinkende Frachtraten, resultierend aus der Rückkehr zur kürzeren Route durch das Rote Meer, könnten hierfür verantwortlich sein.
Die ersten erfolgreichen Durchfahrten durch die strategisch wichtige Straße von Bab el-Mandeb, nach einer Beruhigung der Konflikte in der Region, markierten einen wichtigen Meilenstein für das Unternehmen. Bislang mussten die Reedereien, aus Sicherheitsgründen, den längeren und kostenintensiveren Weg um die Südspitze Afrikas wählen, was zwar teurer, aber profitabler für Moller-Maersk war, da die Nachfrage nach Schiffskapazitäten stieg und somit auch die Frachtraten.
Um den Auswirkungen der veränderten Marktbedingungen entgegenzuwirken, plant Moller-Maersk für 2026 eine intensive Kostenkontrolle. Im Rahmen dieser Initiative sollen 15 Prozent der Stellen in der Verwaltung, insgesamt 1.000 Arbeitsplätze, abgebaut werden, was konzernweit einem Rückgang von lediglich einem Prozent entspricht. Diese Maßnahmen sollen jährliche Einsparungen von 180 Millionen Dollar generieren.
Zusätzlich versucht das Unternehmen, mit einem Aktienrückkaufprogramm in Höhe von rund einer Milliarde Dollar die Gunst der Investoren zu gewinnen. Trotzdem verzeichnete die Aktie einen Kursrückgang von fast fünf Prozent.

