Machtkampf bei Getir: Showdown in Amsterdam
Die Auseinandersetzung zwischen den Gründern des türkischen Schnelllieferdienstes Getir und dem Hauptinvestor Mubadala Investment Co. erreicht an diesem Wochenende in Amsterdam einen entscheidenden Punkt. Die unabhängigen Vorstandsmitglieder und der Staatsfonds aus Abu Dhabi haben eine "neue Transaktion" für das in Istanbul ansässige Unternehmen vereinbart, nachdem die Gründer von Getir angeblich den im Juni beschlossenen Vertrag zur Umstrukturierung der Firma nicht erfüllt haben.
Am Sonntag sollen die Aktionäre in einer außerordentlichen Hauptversammlung in Amsterdam über die Vereinbarung abstimmen. Nazim Salur, Mitgründer von Getir, fordert, dass der geltende Vertrag eingehalten wird und beklagt, dass die Gründerbeteiligung auf 0 % reduziert werden soll. In einem früheren Post erklärte Salur, er wolle rechtliche Schritte einleiten, äußerte sich jedoch nicht weiter zu möglichen juristischen Schritten.
Im Juni übernahm der Staatsfonds nach einer Finanzierungsrunde in Höhe von 250 Millionen Dollar die Kontrolle über Getir. Zu diesem Zeitpunkt traten die Mitgründer und Investoren daraufhin zurück, um die in der Getir-App angebotenen Dienste aufzuteilen, wobei Salur als CEO zurücktrat. Bereits zuvor kam es zu Konflikten zwischen Getirs Gründungsteam und den Investoren, insbesondere über die Strategie und Kosten. Der Unternehmenswert sank von 11,8 Milliarden Dollar im Jahr 2022 auf 2,5 Milliarden Dollar im Jahr 2023.
Getir, das sich 2015 zu einem Erfolg während der Pandemie entwickelte, erlebte schnell wachsende Popularität durch Lieferungen in unter zehn Minuten. Doch die finanziellen Herausforderungen zwangen das Unternehmen, sich aus Schlüsselregionen zurückzuziehen und sich nun stärker auf den heimischen Markt Türkei zu konzentrieren.

