Lufthansa setzt auf Dreamliner: Hoffnungsträger trotz Sitzproblemen
Die Boeing 787, getauft auf den Namen "Frankfurt am Main", sorgt bei Lufthansa trotz noch gesperrter Sitzreihen für Optimismus. Als erstes Flugzeug der Flotte ist es mit der neuen "Allegris"-Kabine ausgestattet, die sowohl Passagierkomfort als auch Profitabilität steigern soll. Dennoch ist die freudige Erwartung getrübt: Bis dato fehlt der Business-Class die nötige Zulassung seitens der US-Behörde FAA, was 24 von 28 Sitzen ungenutzt lässt.
Jene Hürden ändern jedoch nichts an der strategischen Bedeutung des Flugzeugs für Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Der 200 Millionen Euro teure Dreamliner markiert laut Spohr einen "Meilenstein der Flottenmodernisierung" und signalisiert zukunftsgerichtete Milliardeninvestitionen am Standort Frankfurt. Bis zum Ende des Jahrzehnts plant die Airline, ihre Flotte erheblich zu modernisieren, wobei die Hälfte der neuen Langstreckenflieger am Drehkreuz Frankfurt stationiert sein sollen.
Die aktuellen Probleme beim Hersteller Boeing, der auch die Auslieferung der Boeing 777-X verzögert, tragen jedoch zur angespannten Finanzlage der Haupt-Airline bei. Trotz 41 bestellter Dreamliner sind erst acht tatsächlich im Einsatz. Besonders hervorzuheben ist, dass die neuen Maschinen laut Vorstandspräsentation deutlich effizienter sind und bis zu 26 Prozent weniger Kerosin verbrauchen.
Zusätzlich zur technischen Aufrüstung erhält Lufthansa politische Rückendeckung: Hessens Ministerpräsident Boris Rhein versicherte dem Unternehmen seine Unterstützung gegen hohe Standortkosten. Er fordert die Bundesregierung auf, rasch das im Koalitionsvertrag avisierte Entlastungspaket für den Luftverkehrssektor umzusetzen.

