Lufthansa plant Stellenabbau in der Verwaltung und verstärkt dezentrale Steuerung
Die Deutsche Lufthansa AG hat auf ihrem Kapitalmarkttag in München bekannt gegeben, dass in den kommenden Jahren etwa 4.000 Verwaltungsstellen gestrichen werden sollen. Ziel ist es, die zahlreichen Fluggesellschaften der Gruppe organisatorisch enger zusammenzuführen. Carsten Spohr, der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa, bestätigte damit vorherige Spekulationen. Die Aktie von Lufthansa verzeichnete in diesem Kontext einen Anstieg um 1,5 Prozent auf 7,86 Euro, wodurch die Erholungsrally weiter an Fahrt gewann.
Durch den Einsatz effizienterer Flugzeuge, fortschreitende Digitalisierung und die strategische Verlagerung von Flugzeugen in kostengünstigere Flugbetriebe erhofft sich das Management signifikante Kostenvorteile. Doch die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit zeigt sich widerständig, da eine Abstimmung über einen drohenden Streik bei der Lufthansa Kerngesellschaft und Lufthansa Cargo kurz bevorsteht. Am Dienstag wird entschieden, ob es zu einem Arbeitskampf kommt.
Um das Geschäft weiterzuentwickeln, plant das Unternehmen eine zentrale Steuerung der verschiedenen Fluggesellschaften unter dem Dach der "Lufthansa Group". Während die eigenständige Identität der Airlines wie Swiss, Austrian und Brussels Airlines erhalten bleibt, sollen zentrale Funktionen künftig nicht mehr zwangsläufig vom Hauptsitz in Frankfurt aus gesteuert werden. Die Verlagerung von 1.500 Vollzeitstellen an internationale Standorte wird diskutiert, was insbesondere die Zentrale in Frankfurt trifft.
Die Gewerkschaft Verdi zeigt sich entschlossen, den Stellenabbau nicht kampflos hinzunehmen und will die kommenden Tarifverhandlungen nutzen, um die Interessen der Beschäftigten zu schützen. Verdi kritisiert zudem die hohen Steuer- und Abgabenlasten, die das Geschäftsmodell der Lufthansa gefährden. Eine Schlüsselrolle im Restrukturierungsplan nimmt das Drehkreuz Rom ein, das für Verbindungen auf die südliche Hemisphäre ausgebaut wird. Auch Bereiche wie Eurowings und Lufthansa Technik mit ihrer Militär-Dienstleistung sollen gestärkt werden.
Finanziell hebt die Lufthansa ihr Ziel für den operativen Gewinn von 8 auf 10 Prozent des Umsatzes an und verspricht Aktionären weiterhin eine Dividende von 20 bis 40 Prozent des Konzerngewinns. Doch bevor dies umgesetzt wird, gilt es, den möglichen Pilotenstreik abzuwenden, deren Entscheidung über einen Arbeitskampf aufgrund von Streitigkeiten um Betriebsrenten noch aussteht.

