L'Oreal verpasst Quartalsziele: Schwäche in Asien bremst Wachstum

Der französische Kosmetikkonzern L'Oreal hat im vierten Quartal ein geringeres Wachstum verzeichnet als erwartet. Die Umsätze stiegen auf vergleichbarer Basis um sechs Prozent im Jahresvergleich und erreichten 11,25 Milliarden Euro. Analysten hatten jedoch eine Steigerung von etwa 6,5 Prozent erwartet, wie das Unternehmen nach Handelsschluss in Paris mitteilte. Besonders die schwache Marktlage in China belastete das Wachstum im Luxussegment, zu dem Marken wie Lancôme und Yves Saint Laurent gehören, erheblich. Infolgedessen geriet die L'Oreal-Aktie zum Ende der Handelswoche merklich unter Druck.
Die Herausforderungen in Asien setzten dem Konzern zu, insbesondere in der Luxussparte, wo die Erholung in der zweiten Jahreshälfte durch einen schleppenden Reiseeinzelhandel in der Region behindert wurde. Der Umsatz in diesem Segment wuchs um 4,5 Prozent und verfehlte damit die Erwartungen der Analysten. Enttäuschte Anleger reagierten prompt und ließen die Aktie von L'Oreal am Freitagvormittag um nahezu sechs Prozent sinken. Analysten von Bernstein äußerten sich kritisch und bezeichneten die Ergebnisse als durchwachsen, vor allem bezogen auf das Wachstum.
Zudem wiesen die Experten der RBC darauf hin, dass die unerfüllten Erwartungen an das Quartalswachstum angesichts vorsichtiger Branchenaussagen den Optimismus der Investoren dämpften. Andere Branchenvertreter wie Estée Lauder und Coty konnten ebenfalls keine überzeugenden Resultate liefern. Auch die Parfüm- und Kosmetiksparte von Hermes enttäuschte mit ihren Zahlen.
Insgesamt stieg L'Oreals Jahresumsatz um nominell 1,3 Prozent auf nahezu 44,1 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis verbesserte sich um 2,4 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro, was einer leichten Margensteigerung von 20,0 auf 20,2 Prozent entspricht. Der Nettogewinn fiel jedoch um 4,4 Prozent auf 6,13 Milliarden Euro, während die Dividende um 20 Cent auf 7,20 Euro je Aktie angehoben werden soll.

