Streik

Lokführerstreik bei der Bahn endet vorzeitig

27. Januar 2024, 16:18 Uhr · Quelle: dpa
Der aktuelle Streik der GDL sorgt seit Mittwochmorgen für Tausende Zugausfälle. Für den Wochenstart mit vielen Pendlerfahrten auf der Schiene gibt es nun aber Hoffnung - und auch für die Wochen danach.

Berlin (dpa) - Fahrgäste der Deutschen Bahn können aufatmen: Die Lokführergewerkschaft GDL wird ihren Streik früher beenden als zunächst geplant. Der Ausstand ende angesichts neuer Verhandlungen im Tarifkonflikt schon am Montagmorgen um 2.00 Uhr anstatt wie eigentlich geplant um 18.00 Uhr, teilten die Bahn und die GDL am Samstag mit. Nach Angaben der Deutschen Bahn wird ab dem Streik-Ende wieder der reguläre Fahrplan angeboten. Vor allem Pendlern dürfte das den Start in die neue Woche erleichtern.

«Dennoch wird es im Verlauf des Montags noch zu vereinzelten Einschränkungen im Angebot des Fernverkehrs kommen. Auch im Regionalverkehr kann es im Laufe des Montags noch zu regional unterschiedlichen Einschränkungen kommen», warnte der Konzern. Im Güterverkehr endet der Streik am Sonntagabend um 18.00 Uhr.

Friedenspflicht bis zum 3. März

Obendrein gibt es in den kommenden Wochen mehr Verlässlichkeit für die Bahn-Kunden: Der Konzern und die Gewerkschaft haben sich auch auf eine Friedenspflicht bis zum 3. März geeinigt. Damit sind in den nächsten fünf Wochen Streiks bei der Bahn nach aktuellem Stand kein Thema. In die Zeit fällt auch der Straßenkarneval vom 8. bis 13. Februar, an dem die Züge vor allem im Rheinland für gewöhnlich sehr voll sind.

«Alle Fahrgäste, die ihre ursprünglich für Mittwoch, 24.01.2024 bis Montag, 29.01.2024 geplante Reise verschieben möchten, können weiterhin ihr Ticket zu einem späteren Zeitpunkt nutzen», teilte die Bahn mit. Die Zugbindung sei aufgehoben.

Beide Seiten streben Tarifabschluss bis Anfang März an

Vom 5. Februar bis zum Ende der Friedenspflicht wollen die Bahn und die GDL unter Ausschluss der Öffentlichkeit über neue Tarifverträge verhandeln. «Für den Fall, dass eine der beiden Seiten den Bedarf anmeldet, werden unmittelbar zwei Moderatoren zur Unterstützung hinzugezogen», hieß es in der Mitteilung der Bahn. Erklärtes Ziel beider Seiten sei es, bis zum Ende der Friedenspflicht einen Tarifabschluss zu erzielen.

Am Samstagmorgen war bekanntgeworden, dass beide Seiten wieder in Gesprächen sind. In «konstruktiver Atmosphäre» seien alle Themen besprochen und in einen Fahrplan für die weiteren Verhandlungen gegossen worden, hieß es.

Arbeitszeit und mehr Geld weiter auf der Tagesordnung

Bereits vereinbart wurde die Zahlung von 1500 Euro Inflationsausgleichsprämie im März. Bei der Frage nach höheren Entgelten hat sich die Bahn eigenen Angaben zufolge bereit gezeigt, auch über Festbeträge statt nur über prozentuale Erhöhungen zu verhandeln. Das für die GDL besonders wichtige Thema Arbeitszeit steht bei den anstehenden Verhandlungen ebenfalls auf der Agenda. Die Bahn sei bereits, über «Modelle zur Arbeitszeitverkürzung» für Schichtarbeiter zu sprechen, hieß es.

Erste Verständigung nach Wochen der Eskalation

Der aktuelle Streik ist der vierte Ausstand seit Beginn des Tarifkonflikts. Er begann am Dienstagabend im Güterverkehr und am Mittwochmorgen im Personenverkehr. Im Fernverkehr bot die Bahn in den vergangenen Tagen mit einem Notfahrplan rund 20 Prozent des sonst üblichen Angebots an. Im Regionalverkehr waren die Auswirkungen des Streiks wie schon bei den vorherigen GDL-Arbeitskämpfen je nach Region unterschiedlich.

In der vergangenen Woche legte der Konzern ein Angebot vor, das 4,8 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten ab August und weitere 5 Prozent mehr ab April 2025 beinhaltet. Ab Januar 2026 können Lokführer und Zugbegleiter diesem DB-Angebot zufolge dann zwischen einer weiteren Entgelterhöhung um 2,7 Prozent oder einer Stunde weniger Arbeit pro Woche entscheiden.

Die GDL wies dieses Angebot vergangene Woche zunächst zurück. Sie störte sich vor allem an einer Einschränkung: Die DB hat die Wahloption zum 1. Januar 2026 unter den Vorbehalt gestellt, dass dann genügend Lokführer und Zugbegleiter im Konzern angestellt sind.

Von einem neuen Arbeitgeberangebot war in den Pressemitteilungen beider Seiten am Samstag nicht die Rede.

Streik kostete Bahn Millionen

Der Streik sorgt wie die drei Arbeitskämpfe der GDL zuvor für Tausende Zugausfälle. Die Bahn kostete jeder Streiktag nach Konzernangaben 25 Millionen Euro. Die Kosten für die GDL lassen sich nicht genau beziffern. Die Gewerkschaft zahlt den Streikenden laut Weselsky 10 Euro Streikgeld pro Stunde und maximal 100 Euro pro Schicht. Die Streikbeteiligung wurde zuletzt aber nicht öffentlich gemacht. Rund 10.000 DB-Beschäftigte werden derzeit nach Tarifverträgen bezahlt, die mit der GDL ausgehandelt wurden. Weitaus stärker im Konzern vertreten ist die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).

Bahn / Verkehr / Tarife / Streiks / GDL / Zug / Deutschland
27.01.2024 · 16:18 Uhr
[5 Kommentare]
Friedrich Merz und Bart De Wever (Archiv)
Brüssel - Im Streit um den Umgang mit eingefrorenem russischen Vermögen hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach seinem Treffen mit Belgiens Premierminister de Wever und EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen am Freitagabend eine "eine einvernehmliche Lösung" angekündigt. "Die besondere Betroffenheit Belgiens in der Frage einer Nutzbarmachung der eingefrorenen russischen Vermögenswerte ist […] (01)
vor 49 Minuten
Afrikas werden zu Kohlenstoffschleudern: Wie ein ganzer Kontinent seine CO₂-Bilanz verändert
Afrikas Wälder befinden sich an einem kritischen Wendepunkt. Jahrzehntelang galten sie als zuverlässige Kohlenstoffsenken: dichte Regenwälder, weitläufige Feuchtgebiete und ausgedehnte Baumflächen entzogen der Atmosphäre CO₂ und banden den Kohlenstoff in Holz, Laub und Böden. Aktuelle Untersuchungen zeigen jedoch, dass sich dieses Bild verändert. Satellitendaten, verstärkte Feldbeobachtungen und […] (01)
vor 15 Stunden
Thomas Gottschalk
Köln (dpa) - Dass Thomas Gottschalk in TV-Rente gehen würde, war schon länger bekannt. Kurz vor seinem 75. Geburtstag im Mai sagte er, der Zeitpunkt sei gekommen, «wo man sagen sollte, man nimmt sich selber raus». Heute um 20.15 Uhr ist es nun so weit. Noch einmal ins Rampenlicht. Mit der RTL-Show «Denn sie wissen nicht, was passiert» verabschiedet sich Gottschalk von der Samstagabendunterhaltung. Ein […] (00)
vor 5 Stunden
The Elder Scrolls 6: Todd Howard glaubt, dass GTA 6 zuerst erscheint
Es ist der wohl langlebigste Treppenwitz der modernen Videospielgeschichte. Seit Jahren liefern sich Fans in Foren und sozialen Netzwerken hitzige Debatten darüber, welche der beiden angekündigten Megaprojekte zuerst das Licht der Welt erblicken wird. Auf der einen Seite steht Bethesdas Fantasy-Epos The Elder Scrolls 6, auf der anderen Rockstars Gangster-Ballade Grand Theft Auto 6. Beide Titel […] (00)
vor 37 Minuten
«hallo deutschland» wandert wieder aus
Unterdessen widmet sich die Sendung «WISO» dem Thema Kultur und wo dieses herkommen soll. Das ZDF schickt am Montag, 22. Dezember 2025, zwei sehr unterschiedliche, aber gleichermaßen spannende Dokumentationen auf Sendung – eine über den Traum vom Leben im Süden, die andere über die Zukunft der Kulturfinanzierung in Deutschland. Um 17: 10 Uhr begleitet hallo deutschland – Abenteuer Auswandern „Neuanfang auf Ibiza“ drei Menschen, die auf der […] (00)
vor 1 Stunde
FSV Mainz 05 - Bor. Mönchengladbach
Mainz (dpa) - Nach dem nächsten sportlichen Tiefschlag arbeitet Bundesliga-Schlusslicht FSV Mainz 05 mit Hochdruck an der Verpflichtung eines neuen Trainers. «Wir sind auf Kurs, bis Montag alles unter Dach und Fach zu bekommen und mit einem neuen Trainer in die letzten zwei Wochen zu starten», sagte FSV-Sportdirektor Niko Bungert nach der 0: 1-Heimpleite gegen Borussia Mönchengladbach. «Gute Gespräche […] (00)
vor 3 Stunden
Kostenloses Stock Foto zu 50 €, anlagestrategie, banknoten
Eine beträchtliche Anzahl von Nutzern des Pi Network (genannt Pioniere) hat sich über die Jahre hinweg über die Know-Your-Customer (KYC) Verfahren beschwert, die manchmal Wochen und Monate dauerten. Dies geschah sogar schon vor dem Produktstart im Jahr 2025. Das Kernteam hat in den letzten Monaten mehrere Verbesserungen vorgenommen, und die neueste wurde am Freitag bekanntgegeben. KI-Integration […] (00)
vor 36 Minuten
In einer Zeit, in der Effizienz an erster Stelle steht, war es noch nie so wichtig, den verfügbaren Raum beim Transport von Materialien optimal auszuschöpfen. Eine clevere Raumnutzung spart nicht nur Kosten, sondern verbessert auch Lieferzeiten, schont die Umwelt und schützt die Waren vor Schäden. In diesem Artikel zeigen wir dir einige Strategien, mit denen du wirklich jeden Kubikzentimeter in […] (00)
vor 39 Minuten
 
Kanzler Friedrich Merz
Berlin (dpa) - Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bricht heute zu seinen Antrittsbesuchen in […] (01)
Luftverschmutzung im Iran
Teheran (dpa) - Über Teheran liegt eine graue, bleierne Decke. Seit Tagen hängt der Smog über […] (01)
Neuaufstellung BSW
Magdeburg (dpa) - Das Bündnis Sahra Wagenknecht steht vor einer tiefen Zäsur. Beim heute in […] (00)
Sabrina Carpenter
Washington (dpa) - Das Weiße Haus wirbt erneut mit Sabrina Carpenter für seine rigide […] (03)
Bruno Mars hätte den gemeinsamen Hit 'Die With A Smile' mit Lady Gaga fast aufgegeben.
(BANG) - Bruno Mars hätte den gemeinsamen Hit 'Die With A Smile' mit Lady Gaga fast aufgegeben. […] (00)
«Dick Clark’s New Year’s Rockin’ Eve 2026» trumpft auf
ABC kündigt eine Rekordshow an: So viele Stars, so viele Songs und so viele Stunden Live-Programm gab es […] (00)
Bitcoin-Einbruch: Deutsche Bank nennt fünf Gründe für den Crash
Bitcoin verhält sich wie eine Tech-Aktie Die Deutsche Bank kommt zu dem Schluss, dass Bitcoin […] (00)
Apples Design-Chef Alan Dye wechselt zu Meta
Nach zehn Jahren als Vizepräsident für Human Interface Design wechselt Alan Dye von Apple zu […] (00)
 
 
Suchbegriff