Logistikkrise erreicht dritte Phase: Silberstreifen am Horizont
Einige Wochen nach einer Berichtsaison, die vielen Speditionsunternehmen wenig Grund zur Freude bot, und inmitten einer schwachen Zwischenbilanz der LTL-Carrier wagte das "State of Freight"-Webinar von FreightWaves eine tiefgreifende Untersuchung der aktuellen Marktdaten. Im dritten Jahr der Frachtrezession dominierte Unsicherheit die Präsentation. Craig Fuller, CEO von FreightWaves und SONAR, zeigte jedoch zum Ende des einstündigen Webinars einen vorsichtigen Optimismus. Gleichwohl gibt es noch etliche Herausforderungen, die zu bewältigen sind. Die Diskussion unter Führung von Fuller und Zach Strickland, dem Direktor für Marktintelligenz bei SONAR, konzentrierte sich vorrangig auf den Vergleich von Datensätzen zu Volumenindikatoren.
Dabei zeigte sich ein Lag der Cass-Daten, die auf Rechnungen basieren, im Vergleich zum Outbound Tender Volume Index (OTVI) in SONAR. Obwohl die jüngste Veröffentlichung der Cass-Daten ein negatives Bild zeichnete, hob Fuller hervor, dass der OTVI mittlerweile auf einem Niveau angelangt sei, das dem von 2018 – einem starken Marktjahr – nahe komme. Dennoch warnte er davor, dass die Rückkehr zu alten Volumenständen nicht als Fortschritt zu feiern sei, sondern einer in der Vergangenheit verloren gegangenen Wachstumschance gleichkomme.
Angesprochen wurde auch die anhaltende Kapazitätsproblematik: Trotz politischer Eingriffe, besonders unter Obama, die eine Erhöhung an Fahrpersonal zuließen, kämpft die Branche mit einer übermäßigen Kapazität, vor allem bei kleineren Anbietern. Ein weitergeführter Kapazitätsabbau wird aufgrund von Sicherheitsproblemen alterndem Fuhrpark erwartet, insbesondere durch eine jüngste Verschärfung der Regulierungsvorschriften seitens der Regierung.
Abschließend betonte Fuller, dass trotz der schwelenden Herausforderungen einige Unternehmen Belebungsspuren wahrnehmen. Investitionen und Geschäftstätigkeiten, insbesondere in M&A-Bereiche, lassen hoffen, dass die Talsohle allmählich durchschritten sein könnte. Fuller bleibt jedoch vorsichtig optimistisch und schließt ein schnelles Ende der Rezession aus.

