Litauens politische Landschaft im Wandel: Ruginienes neue Regierung vereidigt
In Litauen vollzieht sich ein bedeutender politischer Wechsel, nachdem die neue Mitte-Links-Regierung unter sozialdemokratischer Führung im Parlament von Vilnius ihren Amtseid ablegte. Die neue Ministerpräsidentin, Inga Ruginiene, hat ihr Amt inmitten von Herausforderungen und öffentlicher Skepsis übernommen, doch gleichzeitig mit einer klaren Unterstützung im Parlament. Mit 80 zu 40 Stimmen bei zwei Enthaltungen erhielt ihre Koalition Zustimmung für das Regierungsprogramm, obwohl der Prozess von Kontroversen begleitet war.
Ruginienes Kabinett, das auf einem politischen Bündnis zwischen der Sozialdemokratischen Partei, der populistischen Partei Morgenröte von Nemunas, dem Bund der Bauern und Grünen und der Wahlaktion der Polen Litauens - Christliche Familienallianz beruht, sieht sich kritischen Stimmen gegenüber. Der Regierung wird vorgeworfen, bei der Ernennung einiger Minister nicht die notwendige Sorgfalt walten gelassen zu haben, was zu öffentlichen Unmutsbekundungen führte.
Das Regierungsprogramm Ruginienes zeigt bemerkenswerte Ähnlichkeiten zu dem ihres Vorgängers, dem ehemalige Ministerpräsidenten, der im August nach Korruptionsvorwürfen zurücktrat. Besondere Aufmerksamkeit liegt auf der Verteidigungspolitik, mit einer bedeutenden Investition in die militärische Kapazität des Landes. Litauen plant, zwischen fünf und sechs Prozent seines Bruttoinlandsprodukts in den Verteidigungssektor zu leiten, zu dem auch die dauerhaft stationierte Bundeswehrbrigade gehört.
Die Kontinuität zeigt sich auch in der Zusammensetzung der Schlüsselpositionen: Außenminister Kestutis Budrys und Verteidigungsministerin Dovile Sakaliene bleiben im Amt. Das außenpolitische Engagement Litauens, beeinflusst durch seine geostrategische Lage an der Grenze zu Kaliningrad und Belarus, wird unter Ruginiene voraussichtlich ähnlich konstant bleiben. Die Finanzen des baltischen Staates liegen nun in der Verantwortung des neuen Finanzministers Kristupas Vaitiekunas, während er sich den Herausforderungen eines Euro-Staates mit etwa drei Millionen Einwohnern stellt.

