"Leisure Sickness": Krank vor Erschöpfung in der Freizeit
Eine aktuelle Studie der IU Internationalen Hochschule hat das Phänomen der sogenannten "Leisure Sickness" beleuchtet, das überraschend viele Arbeitnehmer betrifft. Fast ein Fünftel der Befragten gab an, an freien Tagen oder im Urlaub regelmäßig Krankheitssymptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen oder gar Fieberschübe zu erleben. Trotz der Tatsache, dass diese Freizeitkrankheit in keiner offiziellen Krankheitsklassifikation zu finden ist, sind ihre Auswirkungen spürbar.
Insbesondere jüngere Arbeitnehmer bis 25 Jahre scheinen anfälliger zu sein. Rund die Hälfte von ihnen fühlt, dass das Privatleben nicht genügend Erholung bietet, um den beruflichen Anforderungen gerecht zu werden. Studienautorin Stefanie André, Professorin für Gesundheitsmanagement an der IU, sieht einen Zusammenhang zwischen der Freizeitgestaltung dieser Generation und dem Auftreten von "Leisure Sickness". Passives Konsumieren von Inhalten wie Social Media und Streaming-Diensten könnte dazu beitragen.
Ein weiterer Risikofaktor ist die ständige Erreichbarkeit. Fast 43 Prozent der unter 25-Jährigen fühlen sich verpflichtet, auch außerhalb der Arbeitszeiten verfügbar zu sein, was deutlich über dem Durchschnitt aller Befragten liegt. Zudem sind Überstunden weit verbreitet, was die Notwendigkeit von Erholung noch dringlicher macht. André warnt daher, dass diese Kombination von Erreichbarkeit, hoher Arbeitsbelastung und mangelnder Erholung die Anfälligkeit für Krankheitssymptome ansteigen lässt.
Die repräsentative Untersuchung, durchgeführt mit 2.004 Teilnehmern zwischen 16 und 65 Jahren in Deutschland, verdeutlicht, wie wichtig sinnvolle Freizeitaktivitäten sind, um "Leisure Sickness" zu vermeiden.

