Leichte Stagnation: Frauenanteil in deutschen Aufsichtsräten rückläufig
Der jüngste Bericht der Organisation "Frauen in die Aufsichtsräte" (Fidar) offenbart ein geringfügiges Absinken des Frauenanteils in den Aufsichtsgremien deutscher börsennotierter Unternehmen. Der Anteil sank von einem Höchststand von 37,3 Prozent im Vorjahr auf nunmehr 37 Prozent in diesem Jahr.
In einem Viertel der 179 untersuchten Unternehmen sind die Aufsichtsräte paritätisch mit Frauen und Männern besetzt. Eine vergleichsweise positive Entwicklung zeigte sich bei den Vorständen, wo der Frauenanteil von 19,3 auf 19,9 Prozent anstieg. Dies entspricht etwa jeder fünften Führungsposition.
Die vollständigen Ergebnisse wurden der Deutschen Presse-Agentur im Vorfeld zur Veröffentlichung am Mittwoch zugänglich gemacht. Die Studie umfasst Unternehmen aus der Dax-Familie sowie weitere börsennotierte und paritätisch mitbestimmte Gesellschaften.
Seit fast einem Jahrzehnt existieren gesetzliche Vorgaben, um die Repräsentation von Frauen in Spitzenpositionen großer Konzerne zu erhöhen. Seit 2016 gilt eine verbindliche Quote von 30 Prozent für Aufsichtsräte, und seit 2022 müssen in großen börsennotierten Firmen Vorstände mit mindestens einem Mitglied beider Geschlechter besetzt sein, wenn diese mehr als drei Mitglieder zählen.
Bundesfrauenministerin Karin Prien (CDU) äußerte sich erfreut über die Fortschritte der vergangenen Jahre, die sie weitgehend den gesetzlichen Regelungen zuschreibt. Sie mahnte jedoch, dass die Unternehmen nicht nachlassen dürften und forderte gezielte Förderung weiblicher Talente.

