Legal & General steigert Gewinn dank Boom im britischen Pensionsmarkt – Konkurrenz aus Nordamerika wächst
Legal & General hat im ersten Halbjahr 2025 einen operativen Gewinnanstieg von 6 Prozent auf 859 Millionen Pfund erzielt – gestützt auf ein stark wachsendes Geschäft mit Pensionsverpflichtungen in Großbritannien. Der Versicherer profitiert von seiner führenden Stellung im sogenannten Pension Risk Transfer (PRT), bei dem Unternehmen ihre Rentenlasten gegen Einmalzahlungen an Versicherer abgeben.
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Neugeschäft in diesem Segment mehr als verdoppelt – von 1,5 auf 3,4 Milliarden Pfund. Seit Ende Juni ist zusätzliches Volumen im Umfang von 1,7 Milliarden Pfund in der Pipeline. Konzernchef António Simões betonte die strukturelle Attraktivität des britischen Markts für Altersvorsorgeprodukte, der zunehmend auch internationale Investoren anzieht.
Im Juli kündigten gleich zwei nordamerikanische Asset Manager größere Übernahmen an: Brookfield kauft den britischen Versicherer Just Group für 2,4 Milliarden Pfund, während der von Apollo unterstützte Anbieter Athora den Pensionsversicherer Pension Insurance Corporation für 5,7 Milliarden Pfund übernimmt. Für Simões kein Grund zur Sorge – man verfüge über „zusätzliche Schlagkraft“ dank einer jüngst geschlossenen Partnerschaft mit Blackstone. „Es ist schmeichelhaft, dass so viele anspruchsvolle Investoren in einen Markt streben, den wir seit Jahren prägen“, so der CEO.
Parallel hat L&G sein Engagement in privaten Märkten ausgeweitet. Die Beteiligung an Proprium Capital Partners – einem Private-Equity-Spezialisten mit 3,5 Milliarden Dollar an verwaltetem Vermögen – soll die Immobilienaktivitäten in Europa und Asien verstärken. Zudem könne das Blackstone-Bündnis Investitionen von bis zu 20 Milliarden Dollar in den Bereichen Private Credit und Infrastruktur ermöglichen. Dennoch bremst Simões bei Kreditengagements: „Die Bewertungen sind zu hoch – deshalb kaufen wir derzeit nichts.“
Die Fondssparte des Unternehmens verzeichnete Nettoabflüsse von rund 5 Milliarden Pfund – deutlich weniger als im Vorjahreszeitraum (31,3 Milliarden). Analysten lobten die solide Entwicklung im Kerngeschäft, wiesen jedoch auf unter den Erwartungen liegende Erträge im Bereich Corporate Investments hin.
Trotz der besser als erwarteten Ergebnisse gab die L&G-Aktie um 2,5 Prozent nach. Jefferies-Analyst Philip Kett sprach von einem „respektablen Gewinn“, relativierte jedoch: „Das Unternehmen profitierte von einer niedrigen Erwartungshaltung am Markt.“

