Lebensmittelpreise in Bewegung: Entspannung und neue Spitzenpreise
Der jüngste Blick auf die Lebensmittelpreise in Deutschland offenbart positive Entwicklungen für Verbraucher, auch wenn die Inflationsrate im November laut Statistischem Bundesamt weiterhin bei 2,3 Prozent liegt. Lebensmittel verzeichneten im Vergleich zum Vorjahr nur einen moderaten Preisanstieg von 1,2 Prozent, was eine gewisse Entspannung suggeriert. Allerdings gibt es je nach Produktkategorie erhebliche Preisunterschiede, die zu bemerkenswerten Schwankungen führen.
Einige Lebensmittel erlebten in den letzten Monaten einen erheblichen Preisrückgang. Besonders auffallend war der Preisverfall bei Butter, die aufgrund einer gestiegenen Milchproduktion und eines höheren Fettgehalts günstiger wurde. Die Preise für ein 250-Gramm-Päckchen Eigenmarken-Butter fielen im Dezember auf rekordniedrige 99 Cent. Ähnlich erging es den Weintrauben, die dank einer verlängerten Mittelmeersaison und verstärkten Einfuhren aus Südamerika reichlich in den Regalen vertreten waren, was den Preis um 21,6 Prozent senkte. Gleichsam führte eine bessere Olivenölernte in Spanien zu einem Preisrückgang von 17,4 Prozent, nachdem es über Jahre teuer war.
Kartoffeln und Eisbergsalat profitierten ebenso von günstigen Bedingungen. Deutschland steuert auf eine Rekordernte von Kartoffeln zu, was die Preise drückte. Für Eisbergsalat führten ideale Anbaubedingungen in Spanien zu einem Überangebot, das den Preis um 15,4 Prozent senkte.
Auf der anderen Seite gibt es auch Produkte, die aufgrund äußerer Einflüsse teurer wurden. Sauerkirschen und andere Steinobstkonserven erfuhren einen dramatischen Preisanstieg von 48,1 Prozent aufgrund schlecht ausgefallener Ernten in den letzten zwei Jahren. Schokolade wurde ebenfalls teurer, da wichtige Rohstoffpreise an den Terminbörsen stiegen. Die Kosten für eine Tafel Schokolade kletterten um 25,9 Prozent. Schlechtes Wetter und entsprechende Ernteausfälle hatten auch Auswirkungen auf gefrorenes Obst und Bohnenkaffee, deren Preise deutlich nach oben gingen.
Insgesamt ist der Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamts umfassend, berücksichtigt er doch knapp 150 verschiedene Lebensmittelprodukte. Diese Schwankungen zeigen einmal mehr, wie anfällig die Lebensmittelpreise durch externe Faktoren sind. Die Nachfrage, der Weltmarkt und klimatische Veränderungen spielen dabei eine entscheidende Rolle.

