Langsamer Fortschritt: Ende des Mobilfunkförderprogramms naht
Das ambitionierte Mobilfunkförderprogramm der Bundesregierung, das Funklöcher schließen sollte, endet mit Jahreswechsel. Die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft (MIG), ansässig in Naumburg, präsentierte in einer Bilanz, dass von insgesamt 267 genehmigten Projekten bisher nur zwei Mobilfunkmasten tatsächlich in Betrieb genommen wurden.
Kürzlich überreichte die MIG in Naumburg vier neue Förderbescheide an Deutsche Funkturm und Vantage Towers. Diese betreffen Standorte in Sigmaringen, Himmigerode, Schmallenberg und Wernigerode. Der Standort in Wernigerode wird durch seine klimafreundliche und autarke Technik besonders hervorgehoben.
Trotz rege verteilter Fördermittel war der Ausbau der Mobilfunkinfrastruktur schleppend: Lediglich vier Masten sind aktuell in Betrieb, während für 30 weitere Standorte Baugenehmigungen vorliegen. Die zukünftigen Schwerpunkte des Baus liegen in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen, während Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein mit wenigen geförderten Masten auskommen müssen.
Die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft, 2019 ins Leben gerufen, zielte darauf ab, über 4000 Gebiete ohne Mobilfunkversorgung abzudecken. Der wirtschaftliche Ausbau verlief jedoch schneller als erwartet, sodass weniger Fördergelder als ursprünglich eingeplant benötigt wurden.
Für das Förderprogramm standen insgesamt 537 Millionen Euro bereit. Bisher sind davon etwa 301 Millionen Euro für die bewilligten Projekte eingesetzt worden, deutlich weniger als die ursprünglich vorgesehenen 1,1 Milliarden Euro. Künftig sollen Netzbetreiber in 574 Gebieten selbständig ausbauen.
Ziel bleibt eine flächendeckende 5G-Versorgung bis 2030. Neue Versorgungsauflagen für Frequenzen ab 2026 sollen zusätzliche Anreize für die Netzbetreiber schaffen.

