Jobwunder der USA ohne klaren Impuls für die Börsen

Die jüngsten Arbeitsmarktdaten aus den USA entfachen eine gemischte Reaktion an den New Yorker Börsen. Trotz eines deutlichen Anstiegs der Beschäftigtenzahlen im Januar, verzeichneten die Börsen keine einheitliche Entwicklung. Dies liegt nicht zuletzt an den erheblich nach unten korrigierten Daten der Vormonate, die den anfänglichen Optimismus dämpfen.
Im Handelsverlauf rutschte der Dow Jones Industrial kurzzeitig unter die symbolträchtige Marke von 50.000 Punkten. Etwa zwei Stunden vor Marktschluss verzeichnete der US-Leitindex ein Minus von 0,24 Prozent auf 50.182 Punkte, nachdem er am Vortag neue Rekordhöhen über 50.500 Punkte erklommen hatte. Unterdessen legte der technologielastige Nasdaq 100 leicht um 0,29 Prozent auf 25.201 Punkte zu, während der umfassendere S&P 500 mit einem minimalen Zuwachs von 0,07 Prozent auf 6.947 Punkte schloss.
Ob die starken Arbeitsmarktdaten einen Einfluss auf mögliche zukünftige Zinssenkungen in den USA haben könnten, wird von den Experten unterschiedlich bewertet. Während einige Ökonomen keinen Anlass für eine schnelle geldpolitische Lockerung sehen, erwartet die ING Bank weiterhin Potenzial für Zinssenkungen. Die Widersprüchlichkeit in den Daten lässt Raum für Spekulationen, da die revidierten Zahlen der Vormonate verdeutlichen, dass die Wirtschaft außerhalb bestimmter Sektoren Arbeitsplätze verlor.
Die Unternehmenslandschaft zeigte sich ebenfalls volatil. So verloren die Aktien von Shopify fast 10 Prozent trotz eines Umsatzwachstums im vierten Quartal und angekündigter Aktienrückkäufe. Die Aktie von Unity Software brach um 27 Prozent ein, ausgelöst durch schwache Prognosen und Bedenken hinsichtlich der Konkurrenz durch Künstliche Intelligenz. Mattel-Aktien sanken um ein Viertel, resultierend aus einem enttäuschenden Weihnachtsgeschäft. Auch der Broker Robinhood Markets musste nach einem Rückgang von über 10 Prozent herbe Verluste hinnehmen, beeinflusst durch den kriselnden Kryptomarkt.
Gilead Sciences hingegen erfreute die Anleger mit einem Gewinnsprung von über 6 Prozent, da das Unternehmen die Erwartungen beim Umsatz übertraf. In der Ölindustrie verzeichneten Dienstleister wie Baker Hughes, Halliburton und SLB Gewinne von über 3 Prozent, nachdem die US-Regierung Lizenzen für Venezuela vergab.

