Kurswechsel bei der Energiewende: Ministerin Reiche setzt auf Kosteneffizienz
Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche plant eine Neuausrichtung der Energiewende, bei der die Reduzierung der Gesamtkosten im Vordergrund stehen soll. In einem Gespräch betonte die CDU-Politikerin die Notwendigkeit, den Ausbau der erneuerbaren Energien mit der Kosteneffizienz zu verknüpfen, um den Erfolg der Energiewende sicherzustellen. Ein Resultat könnte sein, dass Betreiber von Ökostrom-Anlagen künftig stärker in die Finanzierung des Stromnetzausbaus eingebunden werden.
Ein bevorstehender "Realitätscheck" soll die Herausforderungen der Energiewende evaluieren, insbesondere die Steuerbarkeit und Speicherung erneuerbarer Energiequellen. Reiches Vorgänger, Robert Habeck, hatte den Fokus auf den Ausbau von Wind- und Solarenergie gelegt, doch der notwendige Netzausbau hält nicht Schritt. Die unzureichende Netzinfrastruktur führt dazu, dass erneuerbare Energien gedrosselt werden müssen, wodurch erhebliche Zusatzkosten entstehen.
Ein weiterer Diskussionspunkt sind die geplanten Entlastungen der Stromkunden bei den Netzentgelten, die aus öffentlichen Haushalten finanziert werden sollen. Diese Maßnahmen verlagern Kosten auf den Steuerzahler, jedoch ohne das grundlegende Problem zu lösen, so die Ministerin. Die Gesamtkosten solcher Entlastungen belaufen sich auf etwa 30 Milliarden Euro. Reiche unterstreicht, dass die Energiewende insgesamt kosteneffizienter gestaltet werden muss.
Der prognostizierte Anstieg des Stromverbrauchs stellt eine weitere Herausforderung dar. Frühere Schätzungen gehen von einem Verbrauch von 750 Terawattstunden bis 2030 aus, was Zweifel an deren Realitätsnähe aufwirft. Insbesondere die Elektrifizierung durch Wärmepumpen, Elektromobilität und Digitalisierung wird steigende Strombedarfe bringen, deren Ausmaß laut Reiche sorgfältig geprüft werden muss.
Zusammenfassend fordert Reiche eine stärkere Systemverantwortung von Betreibern erneuerbarer Energien, damit die Kosten für den Netzausbau gerechter verteilt werden. Die Reform der Finanzierung von Netzentgelten soll eine breitere Beteiligung durch Erzeuger erneuerbarer Energien schaffen, um eine faire Kostenverteilung sicherzustellen. Die Ministerin betont, dass die ambitionierten Klimaziele für 2045 weiter verfolgt werden sollen, jedoch mit einer realistischen Herangehensweise.

