Kursrückgang bei deutschen Staatsanleihen setzt sich fort
Am Freitag setzte sich ein Rückgang bei den Kursen deutscher Staatsanleihen fort, was das Interesse der Marktteilnehmer weckte. Der Euro-Bund-Future, ein wichtiger Indikator für die Richtung deutscher Anleihen, gab um 0,35 Prozent nach und notierte bei 130,11 Punkten. Im Gegenzug stieg die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen auf 2,59 Prozent an.
Diese Entwicklung wurde maßgeblich durch Inflationstrends innerhalb der Eurozone beeinflusst. In Frankreich stieg die Inflation nach einem langjährigen Tiefpunkt wieder leicht an. Im Juni legten die nach europäischen Maßstäben berechneten Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Prozent zu, was die Erwartungen der Analysten übertraf. Auch Spanien meldete einen Anstieg der Teuerung auf 2,2 Prozent, was ebenfalls im Einklang mit den Marktprognosen stand.
Melanie Debono, eine Volkswirtin bei Pantheon Macroeconomics, hatte für beide Länder eine moderatere Teuerungsrate vorhergesagt. Trotz der höheren Inflation sieht sie jedoch keine unmittelbare Gefahr für die Konsumausgaben im Monat Juni. Sie führt dies auf ein wachsendes Lohnniveau zurück, das Konsumenten mehr Spielraum für Ausgaben bietet.
Zusätzlichen Druck übte der positive Start der Wall Street am Nachmittag auf den Anleihenmarkt aus. An den US-Börsen beflügelten unter anderem ermutigende Nachrichten im Hinblick auf den Zollkonflikt zwischen den USA, China und der Europäischen Union zu neuen Rekordhöhen. Dies minderte die Attraktivität der als sicher geltenden Staatsanleihen weiter.

