Kurse deutscher Staatsanleihen profitieren von schwachen Industriedaten

Die deutschen Staatsanleihen konnten am Freitag leichte Kursgewinne verbuchen. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future erhöhte sich um 0,05 Prozent und erreichte somit einen Stand von 128,40 Punkten. Parallel dazu notierte die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe bei 2,82 Prozent. Diese leichte Aufwärtsbewegung wird durch eine Zurückhaltung innerhalb der Industrieproduktion in Deutschland unterstützt.
Im Dezember erlebte die Gesamtproduktion einen unverhofften Rückgang, der erstmals seit mehreren Monaten zu beobachten war. Speziell im verarbeitenden Gewerbe, insbesondere in der Autoindustrie, zeigte sich eine unerwartete Produktionsabschwächung, obwohl am Vortag noch ermutigende Auftragseingangszahlen veröffentlicht wurden.
Ralph Solveen, Ökonom bei der Commerzbank, kommentierte, dass trotz der saisonalen Einflüsse rund um die Feiertage die aktuellen Daten darauf hinweisen, dass die zuletzt verzeichneten Auftragshöhen noch nicht zu einer gestiegenen Produktion führten. Die anhaltend gedämpften Stimmungsindikatoren in der Wirtschaft sprechen gegen eine kurzfristige Erholung. Solveen erwartet lediglich eine sehr moderate Erholung für die Industrie und für die gesamte deutsche Wirtschaft.
Den Anleihen kam zusätzlich die aktuelle Schwäche auf den Aktienmärkten zugute. Wachsende Zweifel an Investitionen im Bereich der Künstlichen Intelligenz sowie der beträchtliche Verlust des Handelsriesen Amazon führen zu Verunsicherung. Am Nachmittag könnten noch Konsumklimadaten der Universität von Michigan aus den USA eine weitere Einflussgröße darstellen.

