Kurs auf die Zukunft: Bundesministerium plant umfassende Reform des Stromnetzausbaus
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie plant bedeutende Reformen im Bereich des Stromnetzausbaus und der erneuerbaren Energien in Deutschland. Ziel ist es, den Zubau von erneuerbaren Anlagen wie Windkraft- und Solaranlagen besser mit dem Ausbau der Elektrizitätsnetze zu synchronisieren und dabei zugleich Kosten zu senken. Diese Pläne gehen aus einem vorliegenden Gesetzentwurf hervor, der erstmals in einem Bericht des Magazins „Spiegel“ thematisiert wurde.
Katherina Reiche, die in ihrer Funktion als Wirtschafts- und Energieministerin der CDU angehört, hatte bereits im September umfassende Maßnahmen zur effizienten Gestaltung der Energiewende in Aussicht gestellt. Hintergrund sind die nach wie vor bestehenden Herausforderungen im Netzausbau, die trotz sichtbarer Fortschritte weiterhin als systemisch angesehen werden.
Der Entwurf skizziert, dass der Netzausbau kaum mit dem Tempo des Zubaus neuer Anlagen mithalten kann, was Engpässe zur Folge hat. Diese Engpässe führen zu kostspieligen Eingriffen in Form von sogenannten Redispatch-Maßnahmen, bei denen die Produktion von Wind- und Solaranlagen gedrosselt oder abgeschaltet wird, wofür Betreiber entschädigt werden müssen. Hier will das Ministerium mit einem sogenannten „Redispatchvorbehalt“ gegensteuern, der es stark belasteten Netzgebieten ermöglicht, als „kapazitätslimitiert“ klassifiziert zu werden. In solchen Gebieten sollen Neuanschlüsse bei Abregelungen keine Entschädigungsansprüche mehr generieren, was erhebliche Einsparungen zur Folge haben könnte.

