Kundgebung in Tel Aviv: Hunderttausende fordern Ende des Konflikts im Gazastreifen
In Tel Aviv versammelten sich Hunderttausende Menschen zu einer beispiellosen Demonstration, um die Beendigung des Gaza-Krieges und die Freilassung von Geiseln zu fordern. Die eindrucksvolle Teilnehmerzahl von über 350.000 Menschen sendete eine deutliche Botschaft an die Regierung unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu: Ein Frieden muss her, und das bestehende Abkommen sollte unverzüglich unterzeichnet werden, damit die Geiseln zurückkehren können.
Während die Hamas einer Waffenruhe zugestimmt hatte, bei der auch Geiseln freikommen sollten, verweigerte die israelische Führung bislang darauf einzugehen. Auch beim jüngsten Treffen des Sicherheitskabinetts, das sich primär mit militärischen Plänen beschäftigte, fand der Vorschlag keine Beachtung.
Unterdessen kündigte US-Gesandter Steve Witkoff eine entscheidende Sitzung im Weißen Haus unter der Leitung von Präsident Donald Trump an, um eine Nachkriegslösung für den Gazastreifen zu erarbeiten. Auch wenn konkrete Details dazu ausblieben, zeigt sich die Hoffnung, den Konflikt noch in diesem Jahr beilegen zu können.
Die israelische Armee hat derweil erste Untersuchungsergebnisse zu einem umstrittenen Angriff auf das Nasser-Krankenhaus präsentiert, der angeblich eine von der Hamas platzierte Überwachungskamera zum Ziel hatte. Medien berichteten von möglichen Panzergeschossen, was gleichzeitig internationale Empörung hervorrief. Augenzeugen berichteten von Angriffen, die sowohl Journalisten als auch Rettungskräfte trafen. Israels Generalstabschef Ejal Zamir ordnete weitere Untersuchungen zur Angriffsfreigabe an und drückte Bedauern über zivile Opfer aus.
Unterdessen verstärkten sich die Proteste mit Straßenblockaden. Kritiker beschuldigen Netanjahu, den Krieg aus politischen Motiven zu verlängern und das Geiselabkommen zu sabotieren, während Berichte nahelegen, er strebe ein umfassendes Abkommen an. Die Forderung nach Entwaffnung der Hamas und einer Sicherheitskontrolle seitens Israels bleibt im Raum. Eine erneute Zusammenkunft des Sicherheitskabinetts ist geplant.
Der Protest wird auch von internationalen Stimmen begleitet. Die deutsche Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan führte Gespräche mit Geisel-Angehörigen und beabsichtigt, sich über die Lage der Christen in den palästinensischen Gebieten zu informieren. Ein Treffen mit dem Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, steht ebenfalls auf der Agenda.

