Künstliche Intelligenz: Perspektiven für die Wissenschaftsrevolution
Künstliche Intelligenz (KI), trainiert auf den Strukturen bestehender Materialien, birgt das Potenzial, den Entdeckungsprozess in der Wissenschaft signifikant zu verkürzen und kostengünstiger zu gestalten. Durch die Angabe gewünschter Merkmale eines Materials können Wissenschaftler mit Hilfe der KI neue Rezepturen generieren und daraufhin bewerten. Dies könnte die wissenschaftliche Innovation erheblich beschleunigen, so die Überzeugung von Toner-Rodgers.
Toner-Rodgers, ein Kalifornier mit einer Leidenschaft für Basketball, begann früh mit Wirtschaftswissenschaften und studierte später am MIT. In einem Labor, dessen Name anonym bleiben möchte, kristallisierte sich nach der Einführung des KI-Tools heraus, dass die Forschungen um 44 Prozent effizienter wurden und die Zahl der Patentanmeldungen um 39 Prozent stieg. Zudem nahm die Entwicklung neuer Produktprototypen um 17 Prozent zu.
Überraschenderweise förderte die KI nicht nur offensichtliche, sondern auch neuartige Verbindungen zutage, was dem anfänglichen Misstrauen gegenüber der Technologie widerspricht. Die Vorstellung, dass KI wissenschaftliche Entwicklungen auch in anderen Bereichen voranbringen könnte, schwebt dabei im Raum – ähnlich wie der Verbrennungsmotor, der unerwartete Fortschritte in der Landwirtschaft hervorrief.
Wirtschaftswissenschaftler Acemoglu zeigt sich erstaunt über den Produktivitätszuwachs im Labor, was seinen eher pessimistischen Ausblick gegenüber KI in Frage stellt. Dennoch bleibt die Sorge um eine mögliche Vergrößerung der Einkommensungleichheit durch KI bestehen. Erfolgreiche Forscher steigerten ihre Ergebnisse dank der KI um 81 Prozent, während weniger erfolgreiche Kollegen kaum Fortschritte erzielten.
Toner-Rodgers erkennt jedoch auch die Kritik von Wissenschaftlern, dass die Freude an ihrer Arbeit durch die Automatisierung kreativer Prozesse gemindert wurde. Die Hoffnung bleibt, dass eine wachsende Vertrautheit mit der Technologie möglicherweise die Zufriedenheit erhöhen könnte. Dennoch bleibt die Skepsis, ob der Verlust kreativer Tätigkeiten letztlich akzeptiert wird.

