Krisenstimmung in Israel: Entlassung von Verteidigungsminister Joav Galant entfacht Demonstrationen
Die jüngste Entscheidung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Verteidigungsminister Joav Galant zu entlassen, hat Israel in Aufruhr versetzt. Tausende erboster Bürger strömten auf die Straßen, insbesondere in der lebendigen Metropole Tel Aviv, um ihren Unmut kundzutun. Aufsehen erregend waren die brennenden Autoreifen, mit denen Demonstranten die Ajalon-Autobahn blockierten, während sie lautstark Slogans wie "Bibi ist ein Verräter" und "kriminelle Regierung" skandierten. Bereits im März 2023 hatte ein ähnlicher Schritt Netanjahus gegen Galant massiven Widerstand ausgelöst, nachdem dieser öffentlich die umstrittenen Justizreformpläne kritisierte und vor einer Bedrohung der nationalen Sicherheit warnte. Die damaligen Proteste waren so intensiv, dass Netanjahu die Entlassung zurücknahm und die Reformpläne aussetzte. Die aktuellen Proteste sind von der Sorge geprägt, dass weitere Schlüsselfiguren des Sicherheitsapparates, wie Generalstabschef Herzi Halevi oder der Leiter des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet, Ronen Bar, ebenfalls entlassen werden könnten. Entsprechende Berichte wurden von Netanjahus Büro jedoch als Spekulationen zurückgewiesen. Unmut herrscht auch über den Verdacht, dass Netanjahu mit dieser Personalentscheidung von einem Skandal um durchgesickerte Geheiminformationen in seinem Umfeld ablenken könnte. Für zusätzliches Aufsehen sorgte eine Berichterstattung des TV-Senders Channel 12, der über eine polizeiliche Durchsuchung von Netanjahus Büro berichtete. Unklar bleibt, ob diese mit dem Geheimnisverratsskandal oder einer anderen Ermittlung in Verbindung steht.

