Krisenstimmung an den Börsen trotz Feiertagsruhe

Die Finanzmärkte zeigen sich zu Wochenbeginn weiterhin volatil, da Sorgen über eine mögliche KI-Blase und spekulative Diskussionen über eine bevorstehende Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) das Geschehen dominieren. Ganz ohne positive Impulse aus den USA und China, die beide aufgrund von Feiertagen geschlossen bleiben, verläuft der Montag an den internationalen Börsen ruhig, aber angespannt.
Experten wie Claudia Windt von der Helaba erinnern sich an die turbulente Vorwoche als eine regelrechte Achterbahn. Anleger waren hin- und hergerissen zwischen Technologietiteln, die sowohl gekauft als auch verkauft wurden, und der Unsicherheit über die zukünftige Geldpolitik in Anbetracht eines stabilen US-Arbeitsmarktberichts. Alexander Krämer von der Commerzbank merkt an, dass der Aktienmarkt Mühe hat, die jüngsten Rekordhöhen von S&P 500 und DAX zu überwinden.
Ein prominentes Thema ist die wachsende Nervosität rund um Künstliche Intelligenz. Markus Leistner von der DZ Bank spricht von einem bedeutsamen Wandel von Euphorie zu Besorgnis. Der sogenannte "AI Scare Trade" wird von Unsicherheiten über die disruptiven Auswirkungen der KI-Technologie auf die Wirtschaft befeuert. Selbst die vorher als attraktiv angesehenen Tech-Aktien verzeichnen keine Kaufoffensive mehr, da Anleger angesichts hoher Investitionen verstärkt nach Profitabilität fragen.
Robert Halver von der Baader Bank sieht in dieser Entwicklung eine Verschiebung hin zu stabilen, wertorientierten Unternehmen der "Old Economy", die wieder in den Fokus rücken. Charttechnisch bleibt die Lage fragil, wie Christoph Geyer betont. Ein entscheidender Ausbruch über die alte Widerstandszone konnte zuletzt noch nicht nachhaltig vollzogen werden.
Die ohnehin neutralen Indikatoren bieten Anlegern kein Sicherheitsnetz für die kommende Woche, in der der Fokus auf dem Halten der neuen Unterstützungszone liegen sollte. In dieser Woche spielt die Veröffentlichung wichtiger US-Wirtschaftsdaten eine große Rolle, parallel zum Ausklingen der Berichtssaison, in deren Rahmen noch einige Schwergewichte wie Palo Alto, Ebay und Walmart ihre Ergebnisse präsentieren. Auch europäische Unternehmen wie Carrefour, Rio Tinto, Nestlé, Renault und Danone legen in dieser Woche ihre Zahlen vor.

