Sanktionen

Kreditkartenanbieter stellen Betrieb in Russland ein

06. März 2022, 19:49 Uhr · Quelle: dpa
Die größten Kreditkartenanbieter der Welt setzen ihre Arbeit in Russland aus. Die Zentralbank beschwichtigt, doch die Verunsicherung sitzt tief.

Washington (dpa) - Visa, Mastercard und American Express haben wegen der russischen Invasion in die Ukraine ihre Geschäfte mit Russland ausgesetzt. Das kündigten die drei US-Konzerne am Wochenende an.

Für die Kunden der drei weltgrößten Kreditkartenanbieter bedeutet das: Sie können mit von russischen Banken ausgestellten Visa-, Mastercard- oder American-Express-Kreditkarten nur noch in Russland bezahlen. Karten, die bei nichtrussischen Banken ausgestellt wurden, funktionieren nicht mehr in Russland.

Visa und Mastercard teilten den Schritt am Samstag mit. Am Sonntag zog mit American Express der drittgrößte Kreditkartenanbieter der Welt nach. «Angesichts des anhaltenden, ungerechtfertigten Angriffs Russlands auf das ukrainische Volk stellt American Express alle Aktivitäten in Russland ein», teilte das Unternehmen in New York mit. Die Maßnahme gelte auch für Belarus.

Sberbank beschwichtigt

Russlands größte Bank - die noch nicht mit Sanktionen belegte Sberbank - sicherte am Sonntagmorgen zu, dass russische Kunden von Visa und Mastercard innerhalb des Landes auch nach der Abschaltung mit ihren Karten in Geschäften, im Onlinehandel oder bei Überweisungen bezahlen und Geld abheben können. Die Bankgeschäfte könnten unabhängig von den internationalen Systemen erledigt werden, hieß es. Wer aber im Ausland lebe, solle jetzt noch rasch Geld mit den Karten abheben oder größere Ausgaben bezahlen, bevor die Systeme nicht mehr funktionierten, teilte die Bank am Sonntag mit. Obwohl sich der Aufruf nur an im Ausland lebende Menschen mit russischen Visa- und Mastercard-Karten richtete, bildeten sich am Sonntagvormittag in Moskau lange Schlangen an Geldautomaten.

Die mit dem Logo Mir versehenen Geldkarten sollen nach Angaben der Sberbank auch noch weiter in der Türkei, in Zypern und in einigen anderen Ländern funktionieren, hieß es. Mir ist ein Zahlungssystem der russischen Zentralbank.

Im Ausland keine Zahlungen mehr möglich

Visa kündigte an, mit Kunden und Partnern in Russland zusammenzuarbeiten, «um alle Visa-Transaktionen in den kommenden Tagen einzustellen». Danach würden in Russland ausgestellte Karten nicht mehr im Ausland funktionieren. Kreditkarten, die von Finanzinstituten außerhalb des Landes ausgestellt wurden, könnten in Russland nicht mehr eingesetzt werden. Mastercard kündigte identische Schritte an. American Express zog kurz darauf nach.

Visa-Chef Al Kelly sagte laut der Mitteilung, man bedauere die Auswirkungen, die die Maßnahme auf Mitarbeiter sowie Kunden, Partner, Händler und Karteninhaber in Russland haben werde. «Dieser Krieg und die anhaltende Bedrohung des Friedens und der Stabilität erfordern, dass wir darauf im Einklang mit unseren Werten antworten.»

Mastercard teilte mit, man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. «Mastercard ist seit mehr als 25 Jahren in Russland tätig.» Den fast 200 Mitarbeitern werde der Lohn weitergezahlt. Wenn es «angemessen und rechtlich zulässig» sei, wolle man den Betrieb wieder aufnehmen. American Express teilte mit, man werde Mitarbeiter und Kunden in Russland und Belarus nach Möglichkeit weiter unterstützen.

Visa, Mastercard und American Express hatten bereits zuvor keine Transaktionen mehr für russische Banken abgewickelt, die von internationalen Sanktionen wegen des Kriegs in der Ukraine betroffen sind. Das «Wall Street Journal» berichtete kürzlich, im Jahr 2020 seien von den in Russland ausgegebenen Debit- und Kreditkarten rund 74 Prozent der Zahlungsvorgänge im Land auf Visa- und Mastercard-Karten entfallen.

Auch von der russischen Zentralbank hieß es in einer Mitteilung am Samstag, alle von russischen Banken ausgestellten Visa- und Mastercard-Karten funktionierten in Russland bis zu ihrem Ablaufdatum weiter. Ihre Verwendung werde im nationalen Zahlungskartensystem verarbeitet, die Sanktionen beträfen diese nicht. Inhaber derartiger Karten könnten weiter an Bankautomaten Geld im Land abheben und damit in Russland bezahlen. Grenzüberschreitende Transaktionen seien nicht möglich, etwa Einkäufe in ausländischen Online-Shops oder die Verwendung der Karten im Ausland.

Lange SChlangen vor Geldautomaten

Wegen der westlichen Sanktionen gegen mehrere russische Banken ist es schon seit Tagen nicht mehr möglich, an Automaten dieser Institute mit ausländischen Kreditkarten Rubel abzuheben. An den Automaten, die noch funktionieren, hatten sich auch vor der Ankündigung der Kreditkarteninstitute teils bereits lange Warteschlangen gebildet. Auch an Bankschaltern warteten viele Menschen, um sich mit Bargeld einzudecken - oder ihre Konten aufzulösen.

Russlands Zentralbank teilte immer wieder mit, die Lage sei unter Kontrolle, Automaten würden weiter mit Geld aufgefüllt, die Einlagen auf den Konten seien gesichert. Der Rubel hat massiv an Wert gegenüber anderen Währungen eingebüßt.

Konflikte / Krieg / Visa / Mastercard / Sanktionen / American Express / USA / Ukraine / Russland
06.03.2022 · 19:49 Uhr
[22 Kommentare]
Hausfassade (Archiv)
Berlin - Die Pläne der SPD, auf Mieteinnahmen künftig Krankenkassen- und Pflegebeiträge zu erheben, werden nach Einschätzung des Eigentümerverbands Haus & Grund zu deutlichen Mieterhöhungen führen. Wie die "Bild" unter Berufung auf mehrere Berechnungen von Haus & Grund berichtet, würde eine Umsetzung der Pläne zu Mietsteigerungen von bis zu 15 Prozent […] (00)
vor 3 Minuten
Neuer Asphalt mit Graphen könnte teure Schlaglöcher eliminieren
Schlaglöcher sind ein ernster Feind für Auto- und Radfahrer: Sie scheinen unvermeidlich, wenn mit den Jahren der Asphalt aufgibt, reißt und schlussendlich zerbricht. Dann wird es gefährlich und teuer. Schlaglöcher richten Schäden an Fahrzeugen an, können das Gefährt aus der Bahn schleudern und münden in aufwändigen Straßenreparaturen, um die im wahrsten […] (02)
vor 21 Stunden
Review: Muse S Athena Kopfband im Test
Das Muse S Athena ist mehr als nur ein gewöhnliches Headband – es ist ein intelligentes Neurotechnologie-Gerät, das gezielt entwickelt wurde, um Meditation, Schlaf und mentales Training auf ein neues Niveau zu heben. Als speziell abgestimmte Version innerhalb der Muse-S-Reihe kombiniert das Modell Athena moderne EEG-Sensorik, KI-gestützte Auswertung […] (00)
vor 10 Stunden
God of War-Erfinder zerlegt „Sons of Sparta“: „Das ist nicht God of War“
Kaum ist God of War: Sons of Sparta erschienen, sorgt das Spiel für hitzige Diskussionen. Jetzt meldet sich ausgerechnet der Mann zu Wort, der die Marke einst erschuf: David Jaffe. In einem Video auf seinem YouTube-Kanal fand der ursprüngliche God of War -Schöpfer deutliche Worte für das neue Spin-off: „Ich mag es nicht. Ich empfehle es nicht.“ Ein […] (00)
vor 9 Stunden
«Erica»: Zweite Staffel der Läckberg-Adaption startet im März bei TF1
TF1 zeigt ab dem 5. März neue Folgen von «Erica» mit Julie De Bona und Grégory Fitoussi zur Primetime. Nach dem Erfolg der ersten Staffel setzt TF1 die Krimireihe Erica fort: Die zweite Staffel startet am Donnerstag, den 5. März, um 21: 10 Uhr. Die neuen Episoden sind erneut als 6x52-Minuten-Staffel angelegt und stehen parallel auch beim Streamingdienst TF1+ bereit. Die Serie basiert weiterhin […] (00)
vor 1 Stunde
Olympische Winterspiele 2026
Mailand (dpa) - Zwölf Goldmedaillen sammelte Deutschland 2022 bei den Olympischen Winterspielen in Peking. Nach der ersten Woche der diesjährigen Spiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo kommt das deutsche Team auf vier Olympiasiege - wie viele kommen noch hinzu? Ein Überblick über kleinere und größere Goldchancen. Laura Nolte, Monobob Die ersten zwei […] (00)
vor 1 Stunde
Der DAX sieht sich in einem Umfeld voller Unsicherheiten, das es dem deutschen Leitindex schwer macht, die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten nachhaltig zu überschreiten. In der kommenden Woche könnten wirtschaftliche Impulse aus den USA und Europa entscheidend werden, die jedoch erst am Freitag erwartet werden. Der Wochenauftakt dürfte […] (00)
vor 6 Minuten
Warum Hunde im Winter schlechter fressen: Ursachen erkennen & Maulkomfort sanft verbessern
Mörfelden-Walldorf, 14.02.2026 (lifePR) - Der Winter bringt Ruhe in den Alltag. Spaziergänge werden kürzer, das Leben verlagert sich nach drinnen, Routinen verändern sich. Viele Hunde reagieren darauf mit mehr Schlaf und weniger Aktivität.  Doch oft fällt Haltern im Winter noch etwas anderes auf: Der Futternapf bleibt stehen. Manche Hunde fressen […] (00)
Samstag um 08:00
 
Winter in Stralsund
Offenbach (dpa) - Die Narren müssen sich zum Rosenmontag auf wechselhaftes und teils […] (03)
Getestet im heißen Singapur: »Schwitzende« Fassadenfarbe kühlt Häuser passiv
CCP-30 scheint eine Art Wunderfarbe zu sein: Im heißen Singapur reflektierte sie an […] (00)
Fahrradergometer für Belastungs-EKG (Archiv)
Berlin - Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) erhöht den Druck auf die […] (01)
snow, nature, winter, wintry, new zealand, powder snow, winter landscape, cold, winter forest, landscape
Nacht zum Montag: Schneefälle bis Regen und Glättegefahr Von Südwesten her dehnen […] (00)
iPhone im Flip-Design: Apple testet kompaktes Falt-Smartphone
Gerüchten aus Asien zufolge experimentiert Apple derzeit intensiv mit […] (00)
Castlevania ist zurück: Konami verspricht mehrere neue Projekte
Zum 40. Jubiläum feiert Castlevania das Comeback. Seit 2017 gewann Castlevania zwar […] (00)
Mohamed Amoura
Leipzig (dpa) - Drückend überlegen, trotzdem nur ein Punkt: RB Leipzig hat im Kampf […] (02)
Primetime-Check: Samstag, 14. Februar 2026
Konnte das ZDF-Team gegen Olympia seine Vormachtstellung verteidigen? Und: Waren die Voice-Kids […] (00)
 
 
Suchbegriff