Kraft Heinz-Wette wird teuer: Berkshire Hathaway verbucht Milliardenabschreibung – und hält sich mit Zukäufen zurück
Berkshire Hathaway hat im zweiten Quartal eine Abschreibung in Höhe von 5 Mrd. US-Dollar auf seine Beteiligung an Kraft Heinz vorgenommen – ein schmerzhafter Rückschlag für Warren Buffetts bisher größten Konsumgüterdeal. Die Beteiligung wird nun mit nur noch 8,4 Mrd. Dollar bilanziert, nachdem sie zuletzt mit 13,5 Mrd. Dollar geführt wurde. Der daraus resultierende Gewinnrückgang von 3,8 Mrd. Dollar nach Steuern belastete das Gesamtergebnis deutlich.
Es ist bereits die zweite größere Wertberichtigung auf das Joint Venture von Heinz und Kraft, das Buffett 2015 gemeinsam mit 3G Capital geschmiedet hatte. Bereits 2019 musste das Konglomerat eine Abschreibung von 3 Mrd. Dollar hinnehmen. Kraft Heinz prüft derzeit aktiv eine Zerschlagung, um den anhaltend niedrigen Börsenwert anzuheben – seit Jahren hinkt die Aktie dem Markt hinterher.
Buffett hatte die Wertminderung lange vermieden, obwohl Kraft Heinz an der Börse kontinuierlich unter Buchwert notierte. Nun verweist Berkshire auf „die Dauer und das Ausmaß des Wertverfalls“ sowie die operative Schwäche des Unternehmens als Gründe für den Schritt.
In den Quartalszahlen spiegelt sich auch ein zunehmend defensives Verhalten bei Kapitalallokation: Zum elften Mal in Folge hat Berkshire mehr Aktien verkauft als gekauft – netto über 3 Mrd. Dollar. Während Investoren den S&P 500 auf Rekordstände trieben, blieb Buffett an der Seitenlinie. Die Kassenbestände stiegen – bereinigt um Rückzahlungen – um knapp 11 Mrd. Dollar auf einen neuen Höchststand von 344 Mrd. Dollar. Eigene Aktien kaufte das Unternehmen zum vierten Mal in Folge nicht zurück.
Bei den operativen Gewinnen, Buffetts bevorzugtem Leistungsindikator, verzeichnete Berkshire einen Rückgang um 3,8 Prozent auf 11,2 Mrd. Dollar. Damit schnitt das Unternehmen besser ab als von Analysten erwartet. Der Nettogewinn halbierte sich jedoch im Jahresvergleich auf 12,4 Mrd. Dollar – vor allem infolge der Kraft-Heinz-Abschreibung und rückläufiger Gewinne aus Beteiligungen.
Das Versicherungsgeschäft – lange Zeit ein Ertragsanker – schwächelte ebenfalls: Die Gewinne sanken um 12 Prozent, insbesondere aufgrund von Rückzügen und konservativeren Zeichnungsrichtlinien beim Anbieter Guard. Auch die Eisenbahntochter BNSF verzeichnete nur leichtes Umsatzwachstum – trotz gestiegener Kohletransporte.
Vor dem Hintergrund der jüngsten Megafusion zwischen Union Pacific und Norfolk Southern mehren sich die Erwartungen an eine strategische Antwort von BNSF. Doch Entscheidungen liegen bei Buffett – und bei Greg Abel, der im Januar 2026 die Leitung von Berkshire Hathaway übernehmen soll. Seit Bekanntgabe dieser Nachfolgeregelung im Mai liegt die Aktie rund 12 Prozent im Minus – bei einem gleichzeitigen Anstieg des S&P 500 um 10 Prozent.


