Krach fordert energischeres Krisenmanagement von Bürgermeister Wegner
Der Spitzenkandidat der Berliner SPD, Steffen Krach, erhebt deutliche Kritik am Umgang des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner mit der aktuellen Stromkrise in Berlin. Angesichts zehntausender Menschen ohne Strom und Heizung, fordert Krach von Wegner mehr Präsenz und schnelle Hilfsmaßnahmen. Besonders in Situationen, wo viele der Betroffenen ohnehin wenig besitzen, sei eine umgehende Unterstützung durch den Staat essenziell, so Krach gegenüber dem 'Spiegel'. Krach hinterfragt Wegners Reaktionszeit und die fehlende Einrichtung von Notunterkünften, die den am meisten Leidenden, wie er meint, zur Verfügung gestellt werden sollten. Zudem plädiert der SPD-Politiker dafür, dass ein finanzieller Notfonds umgehend parat stehen müsse, um in solchen Krisenlagen flexibel agieren zu können. Diese Kritikpunkte bringt er ein, während er sich auf seine Kandidatur bei der Abgeordnetenhauswahl im September vorbereitet.
Ein öffentlichkeitswirksamer Besuch Wegners in einer Notunterkunft stieß ebenfalls auf Kritik von Krach. Er bemängelt, dass warme Worte für die Betroffenen nicht ausreichten und warnt gleichzeitig vor der Gefahr, dass extreme Gruppierungen die Situation für ihre Zwecke instrumentalisieren könnten. Nach einem Brandanschlag, zu dem sich eine linksextremistische Gruppierung bekannt hat, sieht Krach die Pflicht des Bürgermeisters auch darin, kluge und stabile Krisenkommunikation zu führen. Trotz der entstehenden Hilfsmaßnahmen seitens der verschiedenen Ressorts und Krisenstäbe, sieht Krach den Regierenden Bürgermeister als zentralen Koordinator in dieser Phase.
Ein Brandanschlag an einer Kabelbrücke hatte am Samstag rund 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen im Südwesten Berlins lahmgelegt. Der Stromnetz-Betreiber geht davon aus, dass die Normalität erst bis Donnerstag wieder vollständig hergestellt sein wird.

