Konzentration statt Gießkanne: Neue Strategie der deutschen Entwicklungszusammenarbeit
Die Bundesregierung hat unter dem Eindruck wachsender Budgetbeschränkungen beschlossen, ihre Entwicklungszusammenarbeit neu auszurichten. Künftig wird sich die Unterstützung auf die ärmsten Länder der Welt konzentrieren, um Hunger und Armut gezielt zu bekämpfen. Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan betonte in Berlin, dass eine Bündelung der Kräfte notwendig sei, da Deutschland nicht überall gleichermaßen tätig werden könne.
Mit der Neugestaltung präsentiert die SPD-Politikerin ein Konzept, das eine strategischere, fokussiertere und partnerschaftlichere Entwicklungszusammenarbeit vorsieht. Die ministerielle Strategie zielt zudem darauf ab, deutsche Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen stärker in die Entwicklungsprojekte einzubinden. Ein besonderer Fokus wird auf stabilisierende Maßnahmen in Krisenregionen gelegt, wobei sie die europäische Nachbarschaft, den Nahen Osten, Nordafrika sowie den Sahel und das Horn von Afrika als zentrale Gebiete nannte.
Die Entwicklungszusammenarbeit Deutschland wird künftig gezielt statt mit dem bisherigen breiten Ansatz vorgehen. Dabei verliert das traditionelle Geber-Nehmer-Modell an Bedeutung; Partnerschaften auf Augenhöhe sollen entstehen. Gerade in der Zusammenarbeit mit aufstrebenden Volkswirtschaften soll auf die Vergabe rückzahlbarer Kredite gesetzt werden, während direkte Zahlungen den ärmsten Ländern vorbehalten bleiben.
Ein weiterer Aspekt ist die Schaffung von mehr Chancen für deutsche Unternehmen bei internationalen Entwicklungsprojekten, insbesondere im Wettbewerb mit nicht-europäischen Firmen. Gleichzeitig wird im Zuge der neuen Strategie erwartet, dass das Ministerium sein Budget bis 2027 straffen muss, um mit reduzierten Mitteln die größtmögliche Wirkung zu erzielen.

