Kontroversen um Wehrpflicht: AfD-Abgeordneter Lucassen pocht auf Wiedereinführung
Die Diskussion um die Wiedereinführung der Wehrpflicht erhitzt erneut die Gemüter der politischen Landschaft. Rüdiger Lucassen, der verteidigungspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, sieht die Reaktivierung der Wehrpflicht als essenziell, um die Bundeswehr mit der erforderlichen Personalstärke auszustatten. Laut Lucassen sei ohne eine verpflichtende Dienstpflicht weder eine schnell einsatzbereite Armee noch eine verlässliche Reserve für den Verteidigungsfall zu realisieren. In einer von der Fraktion veröffentlichten Mitteilung unterstreicht Lucassen die Dringlichkeit dieser Maßnahme.
Innerhalb der AfD gestaltet sich die Diskussion um die Wehrpflicht jedoch als heikles Thema. Zwar unterstützt das Parteiprogramm die Re-Aktivierung grundsätzlich, doch stoßen Lucassens Ansichten in ostdeutschen Landesverbänden auf Widerstand. Besonders Thüringens Parteichef Björn Höcke lehnt einen allzu offensiven Vorstoß der Bundestagsfraktion ab, nicht zuletzt wegen der geopolitischen Spannungen durch den Krieg in der Ukraine. Diese internen Uneinigkeiten führten wiederholt zu einer Verschiebung konkreter Anträge im Bundestag.
Unter Verweis auf die neuesten Meldungen von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), wonach die Bundeswehr aktuell mit 184.200 Soldaten die größte Truppenstärke seit 12 Jahren erreicht hat, zeigt sich Lucassen wenig beeindruckt. Ein jährlicher Zuwachs von lediglich 3.000 Soldaten lässt ihn skeptisch zurück. Mit diesem Tempo werde es rund 25 Jahre dauern, um die Zielgröße von 260.000 aktiven Soldaten zu erreichen, argumentiert der AfD-Politiker. Diese Zeit stehe Deutschland, so Lucassen, nicht zur Verfügung.

