Kontroverse um Wahlsieg in Mosambik entfacht heftige Proteste
Die Bestätigung der umstrittenen Wahlsiegerklärung der regierenden Partei Frelimo hat in Mosambik trotz erheblicher Betrugsvorwürfe die größten Anti-Regierungsproteste seit der Unabhängigkeit neu entfacht. In der Hauptstadt Maputo brachen Unruhen aus; tausende Menschen zogen auf die Straßen, verbrannten Reifen und Symbole des Staates, während die Polizei in verschiedenen Gegenden mit scharfer Munition auf die Menge schoss.
In der Nacht zum Montag gerieten die Proteste außer Kontrolle, als Demonstranten das Gerichtsgebäude in Brand setzten. Schwarzer Rauch stieg auf, während wütende Massen Steine warfen. Im Internet kursierende Videos zeigen, dass die Unruhen auch andere Teile des Landes erfasst haben. Die Entscheidung des Verfassungsrats fiel zugunsten des Frelimo-Kandidaten Daniel Chapo aus, der 65 Prozent der Stimmen erhielt und somit die jahrzehntelange Herrschaft der Partei weiterführt.
Der Oppositionskandidat Venâncio Mondlane, der mit 24 Prozent deutlich hinter Chapo lag, erkannte die Ergebnisse nicht an und behauptete, nach seinen Berechnungen eine Mehrheit gewonnen zu haben. Auch die EU-Mission meldete Unregelmäßigkeiten, ohne jedoch einen eindeutigen Sieger zu bestimmen. Die Vorwürfe des Wahlbetrugs führten zu wochenlangen gewalttätigen Ausschreitungen mit mindestens 130 Todesopfern und ohne Aussicht auf Minderung.
Mondlane, der nach der Ermordung zweier Schlüsselverbündeter im Untergrund lebt, hat angekündigt, im kommenden Monat eine parallele Amtseinführung zu Chapos geplanter Vereidigung im Januar abzuhalten. Experten erwarten, dass Frelimo seine Machtposition nicht kampflos räumen wird, was zu einer Eskalation der Gewalt führen könnte. Die landesweiten Proteste haben bereits den Handel an zentralen Grenzrouten zum Erliegen gebracht.
Angesichts der angespannten Lage sprachen einige multinationale Unternehmen bei Mosambiks Wirtschaftskammer vor, um militärischen Schutz für ihre Geschäfte zu erbitten. Der Hafenbetreiber Grindrod berichtete von erheblichen Schiffsverzögerungen in Maputo, während South32 energiereduzierend agiert, um Rohstoffe zu bewahren und die Stabilität zu wahren. Die Krise droht, nicht nur Mosambik, sondern auch die benachbarten Wirtschaftsmärkte erheblich zu belasten.

